Antrag auf Sanierung und Verbreiterung des Radwegs in der Effnerstraße – Anliegen aus der Bürgerschaft“ – dieser Punkt auf der Tagesordnung des Bezirksausschusses erscheint auf den ersten Blick harmlos, beim nochmaligen Lesen hingegen erschließt sich einmal mehr der Münchner Radwegwahnsinn und ein weiterer Versuch, Autos bzw. den Autoverkehr zu Gunsten der Radler zu verdrängen, Straßen und Parkplätze aufzulösen – ohne Rücksicht auf mögliche Folgen. Grüne -, SPD-, ÖDP- und der Freie-Wähler-Vertreter im Kommunalparlament stimmten dem Anliegen zu, die CSU und die FDP lehnten ab.
Kurzum: Für eine Umsetzung müssten Dutzende Bäume gefällt und / oder hunderte Parkplätze aufgelöst werden.
Der Originaltext des Antrags: „Liebe Mitglieder des Bezirksausschusses, die Effnerstraße ist eine sehr frequentierte Straße, auch bei Fahrradfahrern. Da der Fahrradweg sehr holprig ist durch die Wurzeln der Bäume und viele Fahrräder, besonders Lastenräder, zu groß für den Radweg sind, fahren sehr viele Fahrradfahrer auf dem Fußweg. Sie fahren in beide Richtungen. Dieser Fahrradweg entspricht nicht mehr den Ansprüchen unserer Zeit, drum beantrage ich eine Verbreiterung.“
Check vor Ort: Die Radwege entlang der Effner- ab der Kreuzung Englschalkinger Straße in beiden Richtungen sind fürwahr schmal. Gleichwohl sind sie verkehrssicher, nur an einigen Stellen ein wenig holprig. Lastenräder können problemlos verkehren. Radfahrer auf dem Gehweg wurden nicht festgestellt. Ebenso kein Gegenverkehr, was im Übrigen ein Verkehrsverstoß ist.
Jens Luther (CSU) bei der Erörterung: „Ich sehe den Antrag kritisch. Wie soll denn eine Neuaufteilung des Platzes auf dieser Ein- und Ausfallstraße funktionieren?“ Und Peggy Schön (CSU) meinte: „Für eine Verbreitung besteht kein dringender Bedarf. Diese Anregung einer Einzelperson passt nicht in die Zeit, es müssten viele Bäume gefällt werden.“ Hingegen Samuel Moser (Grüne): „Die Verbreiterung steht im Plan Radwegverkehrsnetz drin. Der Radweg ist sehr schmal, ist etwa ein Meter breit. Überholen ist nicht möglich.“
Beschluss eins der Lokalpolitiker gegen die Stimmen von CSU und FDP: Weiterleitung des Anliegens der Verbreiterung des Radwegs an das Mobilitätsreferat zur Prüfung im Rahmen der Umsetzung des Radverkehrsnetzes.
Beschluss zwei: Weiterleitung an das Baureferat mit der Bitte um Sanierung des Radwegs auf der östlichen Straßenseite nördlich der Englschalkinger Straße.

