Nächste „Runde“ nach dem dritten Bauantrag im Oktober 2025 für ein mehrgeschossiges Rückgebäude: „SOS aus der Mauerkircherstraße 17 / 19 – Vermieter lässt Gasleck nicht rechtzeitig reparieren, Stadtwerke sperren Gaszufuhr, Explosionsgefahr wegen maroder Elektrik“. So haben Bewohner eine Mail an unser-bogenhausen.de überschrieben. Dazu muss man wissen: Die Häuser stehen unter Denkmalschutz.

Zunächst Angaben aus dem Anliegerschreiben, folgend (nach dem *) ein einstimmig verabschiedeter Dringlichkeitsantrag von Robert Brannekämper, Landtagsabgeordneter und CSU-Fraktionssprecher im Bezirksauschuss, und anschließend Auszüge (alle drei bearbeitet) aus einem Brief des Vermieters (nach dem **).

► „Die Gasleitungen des Hauses Mauerkircherstraße 17 / 19 sind defekt und müssen repariert werden. Noch vor dem 17. Juli wusste der Vermieter von den Schäden Bescheid. Doch geschehen ist nichts. Am Freitag, 31. Juli, fiel die Heizung aus. Kein Warmwasser. Wir verständigten die Hausverwaltung. Diese schickte den Hausmeister vor, der dann mitteilte, er könne da nichts machen. Ein Hausmeister ist ja kein Fachmann für Gasheizungsanlagen und Gaslecks.

Versprochen wurde eine baldige Reparatur. Doch bis jetzt ist nichts geschehen. Vier Tage ohne warmes Wasser. Stattdessen erfuhren die Mieter am Montag, 3. August, dass die Stadtwerke München (SWM) die Gaszufuhr sperren mussten, weil der Vermieter die defekten Gasleitungen noch nicht hat reparieren hat lassen.

Zudem: Die Elektrik des Hauses ist völlig veraltet und marode und wurde bis heute nicht Instand gesetzt. Teilweise liegen die Drähte blank. Ein Elektriker sagte schon vor geraumer Zeit: „Ein Funke genügt…“ Dem Vermieter ist dies bekannt.

Manche Mieter haben nur einen Gasherd und können sich daher seit fünf Tagen kein heißes Wasser machen, sich nicht waschen, sich keinen Kaffee machen, keine warme Mahlzeit zubereiten.“

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Der Beschluss des Bezirksausschusses bei der Tagung am Dienstag, 4. August

• Die untere Bauaufsichtsbehörde / Lokalbaukommission (LBK) im Planungsreferat wird gebeten, den Zustand von Gas- und Elektroinstallation durch die Stadtwerke sowie die Branddirektion überprüfen zu lassen und gegenüber dem Eigentümer die erforderlichen Anordnungen zu treffen

• Der Vermieter wird durch die Stadt aufgefordert, Sachverständigennachweise für die Gas- und Elektroanlage innerhalb einer kurzen, zu benennenden Frist vorzulegen

• Sollte der Eigentümer die angeordnete Instandsetzung nicht fristgerecht veranlassen, ist die Anwendung von Zwangsmitteln bis hin zur Ersatzvornahme auf Kosten des Eigentümers in die Wege zu leiten

Weiter heißt es in dem Antrag: „Bis zur Wiederherstellung der Gas- und Warmwasserversorgung ist übergangsweise sicherzustellen, dass die betroffenen Haushalte, insbesondere ältere Menschen, Kranke, Familien mit Kleinkindern und Haushalte, die ausschließlich über einen Gasherd verfügen, einen Zugang zu Warmwasser und Kochmöglichkeit erhalten.

Darüber hinaus werden die zuständigen Referate gebeten, dem Bezirksausschuss in seiner nächsten Sitzung schriftlich zu berichten • Seit wann sind die Mängel der Stadt bekannt? • Welche Anordnungen wurden bislang erlassen? • Welche Fristen laufen? • Wann ist mit der Wiederherstellung der Versorgung zu rechnen?

Brannekämper im Plenum: „Das sind katastrophale Verhältnisse, das ist in einer Stadt wie München kein hinnehmbarer Zustand, sondern eine Frage der Menschenwürde im Alltag. Es geht hier nicht um eine private Meinungsverschiedenheit zwischen Vermieter und Mietern. Es geht um die Frage, ob ein Eigentümer, dem die Schäden seit Wochen bekannt sind, die Gefahr durch bloßes Nichtstun weiterlaufen lassen darf und ob die Stadt zusieht, bis der Funke überspringt. Wer Wohnungen vermietet, sollte nicht nur für Wohnflächen, sondern auch für sichere Gas- und Elektroleitungen sorgen.                                                                           **

Wichtige und eilige Information zur Gasversorgung / Prüfung einer Umstellung auf Elektroherde. Im Rahmen einer aktuellen Überprüfung der Haustechnik wurden leider technische Mängel an den Gasleitungen festgestellt. Eine Reparatur der Leitungen wäre nur mit sehr aufwendigen Bauarbeiten, Schmutz und starken Einschränkungen für die Hausgemeinschaft verbunden.

Um ihnen diese Unannehmlichkeiten zu ersparen und das Gebäude zukunftssicher auszustatten, prüfen wir derzeit die Option, alle verbleibenden Gasherde im Haus durch moderne Elektroherde zu ersetzen. Sollte dies umsetzbar sein, würden wir die Kosten für die Beschaffung und den fachgerechten Anschluss der neuen Geräte vollständig übernehmen. Für Sie entstünden keine Kosten.

Warum wir heute eine sehr kurzfristige Rückmeldung benötigen: Aufgrund der festgestellten Mängel droht eine zeitnahe, behördliche Abschaltung der Gasversorgung. Um sicherzugehen, dass im Fall einer Abschaltung niemand im Haus ohne Kochmöglichkeit dasteht, müssen wir unverzüglich mit unserem Elektriker prüfen, ob der Einbau von Elektroherden in den betroffenen Wohnungen technisch möglich ist. Daher bitten wir Sie dringend um Mithilfe bis Freitag, 17. Juli. Bitte senden Sie uns schnellstmöglich zwei Fotografien: Eine Aufnahme des aktuellen Gasherds und eine Aufnahme des geöffneten Sicherungskastens.“

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Der unter Denkmalschutz stehende Komplex Mauerkircherstraße 17 / 19: Die Stadtwerke München (SWM) haben wegen eines Lecks die Gaszufuhr gesperrt.    Foto: hgb