Ist es möglich die Grosjean- als Anliegerstraße auszuweisen? Zu dieser Anfrage eines Anwohners im Bezirksausschuss und zu einem Anliegerantrag wegen des „extremen Schleichverkehrs in der Großjean- / Rudliebstraße“ hatten die Lokalpolitiker drei Punkte beschlossen:
► Weiterleitung an das Mobilitätsreferat mit der Bitte um Prüfung, ob die Grosjean- als Umgehungsstraße aus den Navigationsgeräten herausgenommen werden kann
► ein Durchfahrverbot für den Schwerlastverkehr > 3,5 t einrichten und
► Verlängerung der temporär eingerichteten unechten Einbahnstraße im Zuge eines Verkehrsversuchs für sechs Monate. Jetzt liegen die Antworten der Behörde vor.
Hintergrund für den Durchgangs- / Schleichverkehr: Staut sich der Verkehr hinter einer der Ampeln an der Ecke Effner- / Englschalkinger Straße Richtung Einfahrt in den Isarring und / oder Weiterfahrt Richtung Herkomerplatz, erkennen viele Autofahrer auf der Oberföhringer – dank Navi die Grosjeanstraße als Umgehung, ja Abkürzung.
Der Anwohner hatte erläutert: „Die Grosjean- ist eine kurze Verbindungsstraße zwischen Oberföhringer- und Effnerstraße. Eigentlich ist unser Viertel eine sehr ruhige, angenehme Wohngegend, aber die vergangenen Monate werden wir aber immer wieder geplagt durch starken Durchgangsverkehr. Oft >verkeilen< sich die Autos regelrecht und es geht nichts mehr vor und zurück. Der Schleichverkehr im Wohnviertel nimmt immer mehr zu.“
Und in dem Bürgerantrag heißt es: „Es droht ein vollständiger Verkehrsstillstand, der dazu führt, dass wir Anwohner nicht mehr von unseren Grundstücken ausfahren können und auch Rettungswege blockiert werden.“
Die Forderungen: Die Verkehrssituation vor Ort muss aktiv überwacht und zeitnah müssen Schutzmaßnahmen für das Wohngebiet umgesetzt werden. ► Einrichtung einer temporären Anlieger-frei-Regelung für die Grosjean- und die angrenzenden Wohnstraßen und ► gezielte Kontrollen des Durchgangsverkehrs durch die Polizei.
Laut Polizei gibt es eine „starke Belastung im Berufsverkehr“. Vor allem große Fahrzeuge würden schnell die ganze Straße blockieren. Auf Anraten der Inspektion 22 wurde bereits eine temporäre >unechte“< Einbahnstraße eingerichtet. Gleichwohl: Diese Maßnahme ist unverständlich, führt zu keiner Verbesserung der Situation. Und: Anlieger müssen Umwege fahren.
Die Antworten des Referats (Auszüge; bearbeitet): Zum Thema Anpassung des Routings erklärt Google: Wenn sich konkret im Straßennetz eine Änderung ergibt, zum Beispiel die Durchfahrt nicht mehr möglich ist, die Richtung der Einbahnstraße sich geändert hat oder eine Anlieger-frei-Zone eingerichtet wurde, dann passt Google diese Situation in GoogleMaps auf Wunsch direkt an. Auch ohne Meldung von Städten passt Google das Straßennetz, jedoch mit Verzögerung, an.
Wenn es sich jedoch um den Wunsch handelt, ein bestimmtes Routing zu ändern, ohne dass dies verkehrsplanerisch oder per Anordnungen unterlegt ist, dann ändert GoogleMaps sein Routing nicht. Google hat zu der Thematik den Standpunkt, dass sie keine Änderung des Routings vornehmen, da Google sich nicht in der Rolle der Verkehrsplanung sieht, sondern als Informationslieferant bezüglich Verkehrslage und schnellster Routenmöglichkeit.
Zudem möchte Google das Vertrauen der Kunden nicht gefährden, wenn diese erfahren, dass Google nicht die schnellste Route anbietet, sondern extern gesteuerte Routen anzeigt. Des Weiteren möchte Google keinen Präzedenzfall schaffen, der zahlreiche Anfragen anderer Kommunen weltweit mit sich ziehen würde.
Das Mobilitätsreferat plant im Herbst – außerhalb der Schulferien – Verkehrszählungen durchzuführen, um anhand dieser Zahlen Beobachtungen beurteilen zu können, ob aus objektiver Sicht anordnende Maßnahmen zur Reduzierung von Durchgangsverkehr ergriffen werden können. Eine pauschale Verlängerung der unechten Einbahnstraße ist ohne Baustelle nicht möglich.


