Das Volumen mit 472 Wohneinheiten im ersten Abschnitt für das geplante Wohnquartier Mariengärten auf dem rund 4,75 Hektar großen Geith & Niggl-Areal (unweit der S-Bahn-Haltestelle, östlich Marienburger Straße) „auf ein für die Nachbarschaft angemessenes Maß herunterfahren um damit auch die die Verkehrsbelastungen zu reduzieren“ – das hatte ein Mann bei der Bürgerversammlung 2024 (!) angeregt. Nachdem der Ausschuss für Stadtplanung im Dezember den Billigungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst hat, liegt die Stellungnahme vor (Auszüge bearbeitet).

„Der Siegerentwurf des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs von su und z Architekten, München, mit Studio B Landschaftsarchitekten, München, wurde zum Masterplan weiterentwickelt und definiert die städtebauliche und freiraumplanerische Grundidee. Ziel ist die Entwicklung eines urbanen, oberirdisch weitestgehend autofreien Quartiers im Spannungsfeld zwischen kleinteiliger Bebauung im Westen und Flächen für zukünftige Infrastrukturprojekte (viergleisiger Ausbau der S-Bahntrasse mit S-Bahnhof Englschalking und Verlängerung der U4) sowie der Stadtentwicklung Münchner Nordosten.

Eine offene Bebauung mit Punkthäusern mit gestaffelter Höhe von drei- und fünf Geschossen sowie vier und sechs- bzw. sieben Geschossen, die in eine teils öffentliche, teils private Grünfläche mit Baumbestand eingebettet sind, vermitteln zwischen der kleinteiligen Wohnbebauung im Westen und dem neuen Viertel. Der maßhaltige Übergang zur angrenzenden Bestandsbebauung wurde auch vom Preisgericht im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs entsprechend gewürdigt.

Zur Bahn nach Osten hin und zur zukünftig weitergeführten Englschalkinger Straße nach Norden bilden Riegelbauten einen schützenden Rücken für die innenliegenden und dadurch lärmgeschützten Freiräume.

Durch die Verlagerung des bestehenden Baustoffhandels bietet sich auf der Fläche die Chance, das Planungsgebiet städtebaulich und landschaftsplanerisch neu zu ordnen und ein neues Wohngebiet zu entwickeln. Dabei leistet die Entwicklung einen wichtigen Beitrag insbesondere zur Deckung des Bedarfs an dringend benötigten Wohnflächen in München und führt eine bisher gewerblich genutzte Fläche einer neuen Nutzung zu. Zur Unterbringung dieses Bedarfs an Wohnraum inklusive der notwendigen sozialen Infrastrukturen ist eine gewisse bauliche Dichte erforderlich.

Durch eine dichte, durchgehende und mit einer entsprechend ausreichenden Höhe ausgestaltete städtebauliche Kante in Form einer Lärmschutzbebauung zu den Bahnanlagen können zudem die Freiräume sowie sensible Nutzungen, wie Wohnen und Kinderbetreuung, vor Verkehrslärm aus den bestehenden und zukünftigen Verkehrsanlagen geschützt werden.

Um ein oberirdisch weitestgehend autofreies Quartier zu erreichen, erfolgt die Haupterschließung für den motorisierten Verkehr über eine Gemeinschaftstiefgarage, die unterirdisch alle Gebäude des neuen Quartiers miteinander verbindet. Die gebäudeintegrierte Zu- und Ausfahrt der Tiefgarage mit gebäudeintegrierter Rampe befindet sich im Norden im Anschluss an die Grundstückszufahrt von der Englschalkinger Straße, sodass das Verkehrsnetz des angrenzenden kleinteiligen Siedlungsgefüges kaum durch das aus der Planung resultierende Verkehrsaufkommen beeinträchtigt wird.

Das durch die geplante Dichte ausgelöste Verkehrsaufkommen wurde gutachterlich untersucht, mit dem Ergebnis, dass die Qualität des Verkehrsablaufs (QSV) an allen von der Planung betroffenen Knotenpunkten mindestens als gut zu beurteilen ist. Die Hauptrichtung (Englschalkinger Straße) erreicht durchwegs sogar die bestmögliche QSV A.

Aus städtebaulicher und verkehrsplanerischer Sicht ist die geplante bauliche Dichte für die Nachbarschaft insbesondere im Hinblick auf den maßvollen Übergang zwischen neuer Bebauung und Bestand, dem nach wie vor dringend bestehenden Wohnungsbedarf sowie die verkehrliche Anbindung über die Englschalkinger Straße (Freihaltung der Marienburger Straße von Zu- und Abfahrten zum Planungsgebiet) angemessen.“

Auf dem rund 4,75 Hektar großen Geith & Niggl-Areal unweit der S-Bahn-Haltestelle Englschalking ist ein Wohnquartier mit 472 Wohneinheiten im ersten Abschnitt geplant. Die denkmalgeschützte Villa Niggl soll saniert werden und den künftigen Quartiersplatz prägen.   Archivfoto: hgb