Den „Trick“ wenden immer mal wieder Unternehmen an. Dass den Kunstgriff jetzt auch eine Behörde beherrscht, nämlich das Staatliche Bauamt Freising, ist neu: Eine Pressemeldung wird verfasst, aber nicht an die Medien versandt, obwohl die Kontaktdaten – auch von unser-bogenhausen.de – hinterlegt sind. Die „Mitteilung“ findet sich dann mehr oder minder versteckt auf der jeweiligen Internetseite, Journalisten dürfen gern suchen. Worum geht’s konkret: Ab Montag, 22. Juni bis Mittwoch, 22. Juli, ist der Föhringer Ring gesperrt!

Headline der „Pressemeldung“, datiert vom 17.06.26: „St. 2088: Vierstreifiger Ausbau des Föhringer Rings. Herstellung des Mittellängsverbauszwischen A9 und Kreisstraße M3 und Vollsperrung sowie Sperrung der Ausfahrt München, Frankfurter Ring (A9).

Hinweis in Fahrtrichtung Freimann: Der Föhringer Ring ist ab Montag, 20. Juni, bis Mittwoch, 22. Juli, gesperrt! Richtung Bogenhausen ist kein Schild angebracht …   Foto: ikb

Text der „Pressemeldung München / Unterföhring (Landkreis München). Für den vierstreifigen Ausbau des Föhringer Rings (St 2088) startet am Montag, den 22. Juni 2026, eine entscheidende Bauphase. Um ein nördlich der bestehenden Fahrbahn liegendes Baufeld abzusichern, ist die Herstellung eines Mittellängsverbaus erforderlich. Die dafür notwendigen Spundwand- und Rammarbeiten können aus Gründen der Arbeits- und Verkehrssicherheit nur unter Vollsperrung durchgeführt werden

Hintergrund zum Ausbau: Der Föhringer Ring zählt zu den meistbefahrenen Straßen im Großraum München. Analysen machen klar: Bis 2035 wird die Verkehrsbelastung weiter steigen – auf bis zu 65 000 Fahrzeuge pro Werktag. Ein zukunftsfähiger Ausbau ist dringend erforderlich, unter anderem mit Blick auf die Isarbrücke, bei der regelmäßige Prüfungen einen fortschreitenden Erhaltungsbedarf gezeigt haben. Die ursprünglichen Planungen aus dem Jahr 2004 entsprechen nicht mehr den aktuellen Vorgaben der Straßenplanung und des Naturschutzrechts. Deshalb wurden die Planungen überarbeitet und rechtlich abgesichert. Der Ring ist 1,9 Kilometer klang, davon 1,2 Kilometer auf Münchner Stadtgebiet und 700 Meter auf dem Gebiet der Gemeinde Unterföhring. Sieben Brücken werden neu gebaut.

Die neue Föhringer-Ring-Brücke (re) über die Isar – seit Monaten offensichtlich fertig.  Foto: ikb

Die CSU-Fraktion im Rathaus forderte aktuell eine Prüfung von Alternativen. In einer Pressemitteilung heißt es: „Angesichts der aktuell sowieso schon schwierigen verkehrlichen Situation mit vielen schmerzhaften Sperrungen und Baustellen will die CSU-Stadtratsfraktion wissen, ob die Stadtspitze auf irgendeine Weise in die Zeitplanung eingebunden war und ob es Möglichkeiten gegeben hätte, den zeitlichen Rahmen zu ändern.

Die Münchner brauchen aktuell viel Geduld, wenn sie sich in der Stadt fortbewegen – egal mit welchem Verkehrsmittel. Neben dem stetig wiederkehrenden Ausfall der S-Bahn durch Bauarbeiten an der Stammstrecke und der Unterbrechung der U-Bahn-Linien U3 / U6 finden derzeit auch besonders viele Baustellen und Sperrungen im Straßenraum gleichzeitig statt. Beispiele sind die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels, die Arbeiten an der Landshuter Allee, der Unterführung Lindwurmstraße, der Fürstenrieder Straße oder der Lindauer Autobahn.“