Effnerplatz: Bald wird’s ein wenig grüner

27.04.2015

Der Effnerplatz rund um die Mae West – den einen gefallen die (Blumen-)Wiesen im Umfeld der grauen Skulptur, andere finden das Areal schlichtweg fade oder öde, dritte beachten es gar nicht, fahren einfach vorbei. Bald wird’s hier grüner: Im Juni sollen Bäume und Hecken gepflanzt werden. Wenn auch weit weniger und niedriger als ursprünglich geplant und vereinbart.

„Endlich, endlich haben wir eine einvernehmliche Lösung gefunden“, hatte Angelika Pilz-Strasser, Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) im vergangenen Juni konstatiert. Beim zweiten Runden Tisch – moderiert von Ursula Ammermann und Brigitte Ganz vom Büro citycom – der Lokalpolitiker mit Vertretern des Baureferats/Gartenbau zur endgültigen Gestaltung des Effnerplatzes hatte man sich nach dreijährigem Gezerre und quälenden Wortgefechten im Kommunalparlament geeinigt. Den Kompromiss hatte das Gremium gegen zwei Stimmen gebilligt.

Öde und karg wirkt das Areal am Wendeplatz der Tram. Blühende, locker wachsende, maximal zwei Meter hohe Sträucher sollten nach der Gestaltungslösung vom vergangenen Sommer um die hässlichen Stromkästen gepflanzt werden. Doch davon findet sich jetzt im „Ausführungsplan“ nichts mehr.

Öde und karg wirkt das Areal am Wendeplatz der Tram. Blühende, locker wachsende, maximal zwei Meter hohe Sträucher sollten nach der Gestaltungslösung vom vergangenen Sommer um die hässlichen Stromkästen gepflanzt werden. Doch davon findet sich jetzt im „Ausführungsplan“ nichts mehr.

„Strukturiert in vier räumliche Abschnitte“, so seinerzeit Wolfgang Mesenich, Experte von der Gartenbau-Abteilung im Baureferat, sollten im Herbst Gleditsien, Sträucher, Buchenhecken sowie Dünen- und andere Wildrosen gepflanzt werden.

Jetzt präsentierte Mesenich den „Ausführungsplan Effnerplatz“ – eine starke abgespeckte Variante – im Unterausschuss Planung, der sowohl in diesem wie auch im Stadtteilgremium gebilligt wurde:

„Aus technischen Gründen“ werden an zwei Seiten des Rondells sowie an den beiden Tunneleingängen laut Protokoll der Tagung des Unterausschusses „kleinere Buchenhecken“ gepflanzt. Vorgesehen war bislang eine Heckenhöhe von 1,35 Meter. An der Bülowstraße wird zwar die Nordseite mit Bäumen verschönert, an der Südseite indes „kann wegen der Oberleitungen der Straßenbahn nur ein Baum gepflanzt werden.“

Ein Ergebnis, das unter dem Aspekt „einvernehmliche Lösung/vier Abschnitte“ kümmerlich ist.

Die Lösung vom Sommer 2014 hatte vorgesehen:

  • Im Areal zwischen Bülowstraße und der Tram-Wendeschleife wird „die Pflanzung von sechs Gleditsien angestrebt – abhängig vom Untergrund und den notwendigen Abständen.“ Damit wird die bestehende beidseitige Baumreihe fortgesetzt. Dazu damals Mesenich: „Die Gleditsie hat den gewünschten lockeren Wuchs, wird mit dem ungünstigen Bedingungen an dieser Stelle wie wenig Erdreich und Oberleitungen am besten fertig“.
  • Im Rundbogen der Wendeschleife mit den vorhandenen Bänken und den technischen Anschluss­einrichtungen werden, so vor knapp einem Jahr Landschaftsarchitekt Jörg Gribl, „blühende, locker wachsende Sträucher gepflanzt, und zwar maximal zwei Meter hoch“. So werden die unansehn­lichen Elektrokästen verdeckt.
  • An beiden Seiten des Schlunds vom Richard-Strauss-Tunnel sowie an den keilförmig zulaufenden Platzseiten werden Buchenhecken gedeihen, die nach der Anwachsphase auf 1,35 Meter Höhe begrenzt werden. „Für diese Lösung spricht“, so Mesenich, „dass die Hecken am besten den Platz räumlich einfassen, für Autofahrer und für Fußgänger ästhetisch sichtbar sind“. Soweit technisch möglich, werden die Hecken als Doppelreihe gepflanzt. An der Südseite muss aber wegen des Abstands zwischen Hecke und Straßenbahn eine Lücke bleiben.
  • Im vierten Abschnitt, dem „Effner-Dreieck“, werden niedrig wachsende Dünen- und andere Wild­rosen gepflanzt, „die die Grünfläche dieser Stelle visuell abschließen“. Die Vorteile dieser Maßnah­me: Die Blumenwiese wird nicht verschattet, kann sich so gut weiter entwickeln, der Eindruck eines „Walds“ durch mehr Bäume wird vermieden, der Blick auf die Mae West von der Kreuzung Effner-/Englschalkinger Straße bleibt frei und schließlich sind die Rosen robust gegen Salz und Staub.
Bäume, Bäume, Bäume: Die Grün-Visualisierung des Effnerplatzes mit der Mae West ohne Gebäude, Oberleitungen und Stromkästen hat mit dem jetzigen Zustand und den Baumpflanzungen im Juni kaum etwas gemein.        Visualisierung: Stadt München, Baureferat/Gartenbau

Bäume, Bäume, Bäume: Die Grün-Visualisierung des Effnerplatzes mit der Mae West ohne Gebäude, Oberleitungen und Stromkästen hat mit dem jetzigen Zustand und den Baumpflanzungen im Juni kaum etwas gemein. Visualisierung: Stadt München, Baureferat/Gartenbau

Weiter hieß es dazu in der Vereinbarung: Sind die Hecken erst einmal angewachsen und „lässt das Erscheinungsbild es als sinnvoll erscheinen“, können im kommenden Jahr auf der Nord- und der Südseite in die bereits vorhandenen Pflanzlöcher jeweils vier Bäume eingesetzt werden.

Als Art sind dafür Felsbirnen vorgesehen. Mesenich sicherte zu, dass diese Maßnahme „unbürokratisch erfolgen kann, sobald der BA das wünscht“.

Andreas Nagel von David contra Goliath hatte wegen dieser Angaben die Gartenbau-Fachleute über den grünen Klee gelobt: „Das ist ganz toll, ist super gemacht. So würden wir uns als BA-Mitglieder immer wünschen“.

Offensichtlich müde geworden ob der Streitereien um die Gestaltung der Flächen um die Mae West, mit 52 Metern übrigens Deutschlands höchstes Kunstwerk, bezog weder Nagel noch irgendein anderer Lokalpolitiker im Kommunalparlament im April Stellung zu dem „Ausführungsplan“. Der Tagesordnungspunkt wurde mit anderen im Paket verabschiedet.

Alexander MihatschEffnerplatz: Bald wird’s ein wenig grüner