Tafel am Bücherschrank: So funktioniert’s

22. Dezember 2017

Immer mal wieder standen Menschen vor dem Glaskasten, starrten staunend durch die Scheiben und wussten mit der Sache nichts anzufangen. Nun ist am ersten Bücherschrank in Bogenhausen, seitlich vor dem Eingang des Cosimawellenbads, eine Tafel angebracht, die die Funktionsweise des mit verschiebbaren Türen an Vorder- und Rückseite versehenen Lektürespinds erklärt.

„Lesen – Tauschen – Diskutieren“ – unter diesen Schlagwörtern heißt es auf dem Schild: „Das ist ein offener Bücherschrank. Er ist vierundzwanzig Stunden am Tag geöffnet, an jedem Tag im Jahr. Nehmen Sie einfach ein Buch mit, das Sie gerne lesen möchten. Behalten Sie es oder bringen Sie es zurück, damit auch andere es lesen können. Oder Sie stellen ein anderes Buch hinein, das Sie für lesenswert halten. So sind immer genügend Bücher für alle vorhanden. Bringen Sie bitte nur so viele Bücher, wie in den Schrank hineinpassen.“ Lästige Anmeldeformulare und die Beachtung einer zeitlichen Frist entfallen also.

Der Schrank für maximal 500 Werke, der sechste in München, ist proppevoll. Angeregt durch Einrichtungen in anderen Stadtbezirken hatten Georgine Resch, CSU-Vertreterin im Bezirks­ausschuss, und Andreas Baier, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtteilgremium, vor Monaten die Initiative ergriffen und dann den gemeinnützigen Verein „Bürgerschränke Bogenhausen“ gegründet, der inzwischen zehn Mitglieder – Jahresbeitrag 15 Euro – hat.

Eine kürzlich angebrachte Tafel am offenen Bücherschrank beim Cosimawellenbad erklärt die Idee und die Funktionsweise der Einrichtung für Leseratten. Foto: hgb

Dank der finanziellen Unterstützung des Bezirksausschusses – ein Zuschuss von 9000 Euro wurde gewährt – konnte das dunkelblaue Depot gekauft werden.

„Die Stadtwerke München (SWM) haben nicht nur die Erlaubnis für die Aufstellung vor dem Hallenbad gegeben, sie haben die Fläche auch gratis zur Verfügung gestellt“, so Baier in seiner Ansprache betonte. Dank fast einem Dutzend Sponsoren, darunter die Stadtsparkasse und die Edit-Haberland-Wagner-Stiftung, konnte das Vorhaben gestemmt werden.

Alexander MihatschTafel am Bücherschrank: So funktioniert’s