Anhänger am Straßenrand: Petition läuft

27. Februar 2021

Anhänger am Straßenrand: Petition läuft

Dauerhaft am Straßenrand abgestellte Wohnwagen, breite, oft überbreite Werbe- sowie Motor­rad­­anhänger, „Unter­sätze“ zum Transport von Autos und sperrigen Gegegnständen, Bootstrailer und „Lager“ auf vier Rädern sind seit Jahren ein Är­ge­r­nis in ganz Bogenhausen – ob in der Cosima-, Johanneskirchner- oder in der Denninger Straße ­­. Und nicht nur im 13. Stadtbezirk, auch in ganz München.

Nicole Man­­gold, wohnhaft in Solln, reicht’s. Denn die Anhänger verschandeln, weil oft auch total ver­schmutzt, nicht nur das Straßenbild, sie blockieren Parkraum, reichen vielfach gefährlich in Fahr­bah­nen. Die Frau startete deshalb eine Online-Petition. Die Internet-Adresse: https://www.openpetition.de/petition/online/zugeparkte-strassen-durch-wohnwaegen-anhaenger-bootstrailer-wieviele-denn-noch.

Keine Visitenkarte für Bogenhausen: am Straßenrand abgestellte Anhänger – mal mit (v. li.) Schrott, mal mit Werbung, mal mit Segelboot, mal zum „Wohnen“ mit Kennzeichen LT für Litauen. Fotos: ikb

Man­gold gegenüber unser-bogenhausen.de:

„Es gibt zwar zur Zeit auch viele andere Probleme, die unser Land und unsere Stadt haben und die ebenfalls eine Lösung brauchen, aber jetzt ergibt sich plötzlich die Zeit, die Sache einmal anzustoßen, die man seit Jahren schon mal auf seine To-do-Lis­te gesetzt hat. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“



Zu den rechtlichen Aspekten Andreas Kneißl, Verkehrsfachmann der Polizeiinspektion 22:

„Die Situation ist bekannt. Die Anhänger werden regelmäßig überprüft. Ein Umparken ist dann er­folgt, wenn sich die Ventilstellungen an einem Fahrzeug verändert haben. Gesetzlich haben wir kaum eine Hand­habe, weil ein Anhänger maximal 14 Tage an gleicher Stelle geparkt werden darf. Erst bei längerem Abstellen können wir tätig werden.“

So wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Verstöße als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Denn: An­hänger, die nur zu Werbezwecken abge­stellt werden, benötigen eine Sondernutzungs­ge­nehmi­gung. Liegt diese nicht vor, gibt’s eine Anzei­ge. Ist der Anhänger aber, so ein ADAC-Rechts­experte, mit einem Zugfahrzeug verbunden, gibt es keine zeitliche Einschränkung – voraus­gesetzt natürlich, dass beide Fahrzeuge angemeldet sind.

Isarring-Brücke an der Oberföhringer Straße: Ein werbewirksam abgestellter Anhänger. Foto: hgb

Mangold erklärend zu ihrer Petition:

In München „wimmelt“ es nur so von Anhängern aller Art. Zunehmend werden die viele Straßen zu­­geparkt, die Sicherheit für Fußgänger verringert sich und das Erscheinungsbild unserer Viertel ist ein anderes geworden. Es gibt mehrere Gründe dafür: Die Campingbranche hat seit Jahren einen enormen Zulauf, auch schon vor Corona, und viele kaufen sich Wohnwagen, nutzen diese zwei Wo­chen im Jahr, und in der übrigen Zeit werden sie am Straßenrand abgestellt.

Und weiter: Viele Handwerker stellen ihre Hänger als rollende Werkstatt auf die Straße. Andere nut­zen die Anhänger, um ihr Hobby zu betreiben (Bootstrailer, Motorradanhänger). Einen weiteren Grund sehe ich in der Tatsache, dass einige Innenstadtviertel zu Parklizenzgebieten erklärt wurden mit der Folge, dass die Besitzer ihre Anhänger in den Außenbereichen abstellen, in denen kein An­wohnerparkausweis erforderlich ist.

Die Cosimastraße: Anhänger mit und ohne Aufbau, ja sogar Bootsanhänger am Fahrbahnrand. Dagegen startete Nicole Man­­gold aus Solln eine Online-Petition. Fotos: hgb / Privat

Man fragt sich nur, warum können sich die Leute nicht einen Stellplatz für ihr Gefährt suchen? Die Antwort: ein einmaliger Strafzettel über 20 Euro ist eben wesentlich günstiger ist als die monatliche Miete eines Parkplatzes.

Da man zur Zeit ja vermehrt in seinem Viertel spazieren geht, fällt auf, wie sehr unser Straßenbild verschandelt wird. Inzwischen betrifft es auch immer mehr Nebenstraßen in den Stadtvierteln. Als Anwohner wird es immer schwieriger, einen Parkplatz zu finden.
Daher meine Online-Petition. Ob es Abhilfe schafft, und im Rathaus gehört wird? Ich weiß es nicht. Aber ich kann dann wenigstens sagen, dass ich es versucht habe. Die CSU-Fraktion hatte im September 2017 bereits einen Antrag an Oberbürgermeister Dieter Rei­ter gerichtet. Viel gebracht hat es leider nicht. Wie bei allem man braucht Geduld, große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und ein dickes Fell.

In meiner Petition geht es um die Anhänger, insbesondere die, bei denen der TÜV abgelaufen ist, die nicht mehr fahrtüchtig sind, die Monate nicht mehr bewegt wurden und die mit Folien abgedeckt im „Winterlager“ stehen. Wohnmobile habe ich bei dieser Aktion nicht im Visier, da hier die rechtliche Lage eine andere ist. Wohnmobile werden wie Personenwagen behandelt, und dürfen auf öffentlichen Flächen unbegrenzt parken.



 

 

Fabian EwaldAnhänger am Straßenrand: Petition läuft