Cosimawiese: Container für Flüchtlinge

Auf der Cosimawiese, dem Areal vor dem Hallenbad an der Ecke Englschalkinger-/Cosimastraße, wo im Dezember der Bogenhauser Weihnachtszauberwald stattgefunden und zuvor der Zirkus Baldoni gastiert hat, will das Sozialreferat eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge „mit maximal 160 Bettplätzen“ einrichten. Davon unterrichtete die Stadt jetzt den Bezirksausschuss.

Geplant sind entlang der Englschalkinger Straße zwei Containerblocks, die laut Behörde Ende Juli 2016 bezugsfertig sein sollen. Die Nutzungsdauer wird mit „maximal fünf Jahre“ angegeben. Und: „Ab 2021 wird auf der Fläche vsl. eine Trambahnwendeschleife gebaut.“ Zum Betrieb und zur Be­treuung heißt es: „Der Betrieb sowie die Asylsozialberatung erfolgen durch einen noch zu beauftra­genden freien Träger der Wohlfahrtspflege.“

Das Stichwort Trambahnwendeschleife – „die kommt in 100 Jahren nicht“, so ein Lokalpolitiker – verursacht im Bezirksausschuss immer wieder Kopfschütteln der Mitglieder. Sie wollen nämlich, dass das Sahnegrundstück mit der Baumbrunnen-Skulptur endlich zu einer kleinen grünen Oase mit Bänken und gepflegten Grünflächen aufgewertet wird. Schließlich befinden sich rundum viele Wohngebäude, das Hallenbad, der Cosi-Jugendtreff, das Klinikum Bogenhausen, das ab Oktober saniert und erweitert wird, und auch das Wihelm-Hausenstein-Gymnasium.

Den Hintergrund des Container-Vorhabens erklärt Sebastian Ehnes, Sprecher im Büro der Leitung des Sozialreferats: „Ende Oktober vergangenen Jahres hat die Regierung von Oberbayern ihre Prognose für die in der Landeshauptstadt bis Ende 2015 unterzubringenden Asylbewerber von 18172, das ist der Stand vom August 2015, auf 21291 erhöht.“

Auf der Cosimawiese, dem Areal vor dem Hallenbad an der Ecke Englschalkinger-/Cosimastraße (rot umrandet) will das Sozialreferat eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, zwei Container¬blocks (rote Rechtecke). „mit maximal 160 Bettplätzen“ einrichten. Luftbild: Stadt München/Bearbeitung: Blessing

Dementsprechend wuchs die „wöchentliche Zuweisung“ stufenweise von 479 auf 654 Personen. Ehnes erläutert weiter: „Wir planen auch für 2016 mit einem Zuzug von Flüchtlingen in vergleichba­rem Maß, so dass weiterhin neue Standorte geplant werden müssen.“ In dem Schreiben an die Mitglieder des Kommunalparlaments bietet das Referat an, „über Planung und Projektstand“ bei einer Tagung des Stadtteilgremiums Auskunft zu geben, „sobald konkrete Informationen zu den Planungen vorliegen.“

Bezirksausschuss-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser zu den Absichten: „Bis jetzt waren wir allen Unterkünften aufgeschlossen, haben die Einrichtungen gut begleitet und auch personell unterstützt. Der Standort beim Cosimabad ist aber sehr schwierig, meiner Meinung nach ungeeignet. Das heißt aber nicht, dass wir keine weiteren Flüchtlinge mehr aufnehmen wollen. Der Bezirksausschuss will der Stadt Alternativen vorschlagen.“

Ein anderes Mitglied des Gremiums sagte: „Irgendwo gibt’s Grenzen. Sonst gibt’s böses Blut.“ Diese Auffassung vertreten auch einige weitere Lokalpolitiker. Dem Vernehmen nach werden drei alternative Flächen erwogen: der Festplatz an der Johanneskirchner Straße, ein Grundstück beim Wertstoffhof an der Savitsstraße und ein Gelände im Bereich Max-Nadler-/Glücksburger Straße.

Die Pläne zu den Cosima-Containerblocks werden wohl am Mittwoch, 20. Januar, 19 Uhr, Turnhalle der Rudolf-Steiner-Schule an der Max-Proebstl-Straße, erläutert werden. Es findet nämlich eine Informationsveranstaltung zur geplanten Gemeinschaftsunterkunft für 200 Asylbewerber – Betreiber ist die Regierung von Oberbayern – am Daglfinger Schimmelweg statt. Münchens Sozialreferentin Brigitte Meier wird zu der Versammlung erwartet.

Alexander MihatschCosimawiese: Container für Flüchtlinge