„Asyl-Hotel“: Als „Sonderbau“ genehmigt

22. Mai 2021

„Asyl-Hotel“: Als „Sonderbau“ genehmigt

Nun ist es fix: In der Musenbergstraße 25 bis 27 in Johanneskirchen kann von der Regierung von Oberbayern ein Gebäudetrakt – ein seit langem geschlossenes Hotel („4mex inn“) – zur Unterbringung von Flüchtlingen angemietet werden. Die Lokalbaukommission (LBK) im städtischen Planungsreferat hat das Vorhaben „als Sonderbau genehmigt“, so Heike Mönnich, zuständig für Liegenschaften in der Landesbehörde, gegenüber unser-bogenhausen.de. Es wird die sechste Gemeinschaftsunterkunft in Bogenhausen.

Das Projekt – von einem Lokalpolitiker als „Asyl-Hotel“ betitelt – war jüngst auch wieder Thema im Kommunalparlament. Die vom Corona-Sondergremium verabschiedete Stellungnahme:

Bei dem Komplex handelt sich um einen Hotelbetrieb zum jetzigen Zeitpunkt. Es besteht daher der Abklärungsbedarf gegenüber der LBK, welche baurechtliche Grundlage für die Genehmigung hierfür geschaffen wird. Die Immobilie liegt im Gewerbegebiet hin zur Gleisanlage. Im Gewerbegebiet ist ein Wohnen grundsätzlich unzulässig. Die LBK wird gebeten, den Bezirksausschuss hierüber aufzuklären.“

In diesem Trakt an der Musenbergstraße 25 bis 27 in Johanneskirchen werden vermutlich ab Jahresende bis zu 423 Flüchtlinge unterbracht. Foto: ikb

Bereits im April hatten die Stadtteilvertreter erklärt: „Wir bitten zu berücksichtigen, dass es bereits fünf Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge im Stadtbezirk gibt. Einen öffentlichen Vorstellungstermin der Planungen, in dem die Bevölkerung informiert wird, bitten wir umgehend mitzuteilen.“

Noch aber gibt’s für den Komplex keinen Mietvertrag, was aber Formsache sein dürfte. In den kommenden zwei Monaten, so Mönnich, sollte wohl alles unter Dach und Fach sein. Zudem stehen noch Umbauarbeiten an – „eine Inbetriebnahme erfolgt wohl gegen Ende des Jahres.“

Der Hintergrund: Auf einem Areal im Euro-Industriepark (Freimann) werden mehrere marode Hallen abgerissen. Auf der einen Hälfte des Areals baut die Stadt ein Kälteschutzzentrum für Obdachlose. Dadurch entfallen rund 200 Plätze für das bestehende Ankunftszentrum (AZ) von Flüchtlingen. Auf der anderen Grundstückshälfte wird ein neues AZ errichtet. Daher ist laut Protokoll des Bezirksausschusses „ein Ausweichquartier – eine temporäre Nutzungsänderung für das Hotel – geplant.“

Laut Mönnich ist in dem Block an der Musenbergstraße „eine Belegung mit Familien für bis zu 423 Personen angedacht“. Gemäß Schreiben an das Kommunalparlament verfügt die Unterkunft über Appartements mit Sanitärräumen; die Versorgung der Personen soll mittels Catering über eine zentrale Essensausgabe im Erdgeschoss erfolgen.

 

 

Fabian Ewald„Asyl-Hotel“: Als „Sonderbau“ genehmigt