Neue Grundschule: „Aktuell kein Bedarf“

12. Oktober 2021

Neue Grundschule: „Aktuell kein Bedarf“

In Bogenhausen soll eine weitere Grundschule mit kooperativem Ganztag schnellstmöglich errichtet werden – das hatte der Bezirksausschuss im Juni vom Referat für Bildung und Sport (RBS) gefordert. Dazu seien auch verpachtete städtische Grundstücke im 13. Bezirk zu prüfen, de­ren Pachtvertrag in den kommenden Jahren ausläuft. „Gegebenenfalls“ seien für 2030 oder später vorgesehene Neubauten vorzuziehen. Und: Der für 2030 geplante Erweiterungsbau der Grund­schule an der Ostpreußenstraße soll vorgezogen werden, heißt es in dem Antrag.

Auf das Forderungspaket reagierte jetzt (Anm. d. Red.: in Auszügen, red. bearbeitet) der seit Februar amtierende Stadtschulrat Florian Kraus (Grüne):

Die angesprochenen Neubaugebiete >Eggenfeldener Straße südlich< sowie Münchner Nordosten sind in den aktuellen Schüler- und Klassenzahlprognosen des Referats enthalten. Die Prognosen basieren auf den demografischen Grundlagendaten des Planungsreferats. Die Prognosen werden alle zwei Jahre auf Basis aktualisierter Daten angepasst und fortlaufend bei Vorliegen neuer Er­kenntnisse zu den Bauraten aktualisiert.

Was kommt auf die Grundschule Fritz-Lutz-Straße zu, wenn beispielsweise ab 2023 das Baugebiet
Eggenfeldener Straße südlich realisiert wird. Foto / Grafik: fritzlutz.musin.de

Die beiden Neubaugebiete liegen in den beiden Grundschulsprengeln Fritz-Lutz- und Ostpreußen­straße. Nach jetzigem Stand ist von folgenden Wohnungsbauraten auszugehen:

Eggenfeldener Straße südlich – das Baugebiet befindet sich im Grundschulsprengel Fritz-Lutz-Straße. Hier entstehen voraussichtlich 380 Wohneinheiten (WE) von 2023 bis 2025. Dabei werden 2023 rund 110 WE realisiert, im Jahr 2024 ebenfalls 110 WE und im Jahr 2025 dann 160 WE.

Münchner Nordosten – das künftige Baugebiet befindet sich sowohl im Grundschulsprengel Fritz-Lutz- als auch im Sprengel Ostpreußenstraße. Es entstehen nach derzeitigem Stand 7157 WE im Zeitraum von 2030 bis 2040. Für die Realisierung geht man derzeitig von folgenden modellhaft gesetzten Bauraten aus: • 2030: 600 WE • 2031: 600 WE • 2032: 600 WE • 2033: 879 WE • 2034: 878 WE • 2035: 600 WE • 2036: 600 WE • 2037: 600 WE • 2038: 600 WE • 2039: 600 WE • 2040: 600 WE.

Darüber hinaus ist das Baugebiet Zamilapark (Süskindstraße östlich) – MK3 anzuführen. Dieses befindet sich im Grundschulsprengel Fritz-Lutz-Straße. Hier entstehen nach derzeitigem Stand 2026 etwa 220 Wohneinheiten.

Auswirkungen der dargelegten Wohnbebauung auf die Grundschulbedarfsplanung: Grund­schulsprengel Fritz-Lutz-Straße – die Grundschule verfügt über 18 Klassen-, darunter zwölf in Fest­bauten und sechs in einer Pavillonanlage. Im Schuljahr 2020 / 21 wurden 341 Schüler in 15 Klassen beschult. Durch die Baugebiete Eggenfeldener Straße südlich sowie Zamilapark kommt es im Sprengel zu einem Anstieg der Klassenzahl auf ein voraussichtliches Maximum von 18 Klassen in den Schuljahren 2024 / 25 und 2025 / 26. Dieser Klassenbedarf kann nach jetzigem Stand durch die bestehende Klassenzimmerzahl abgedeckt werden.

Die voraussichtlich 2030 einsetzende Wohnbebauung im Nordosten wird eine Mehrung des Schul­bedarfs nach sich ziehen, der nach heutigem Stand ab dem Schuljahr 2030 durch die Kapazitäten an der Fritz-Lutz-Straße nicht mehr gedeckt werden kann. Aus diesem Grund sollte ab dem Schul­jahr 2030 / 31 aus heutiger Sicht eine neue Grundschule in Betrieb genommen werden. Wie groß diese sein muss, um den aufkommenden Schüler-Mehrbedarf zu decken, kann heute noch nicht beantwortet werden.

Es ist anzumerken, dass sich der Zeitpunkt für die Inbetriebnahme einer neuen Grundschule noch ändern kann, da die Bauraten nach heutigem Stand für den Nordosten modellhaft gesetzt sind und sich noch Veränderungen ergeben können.

Grundschulsprengel Ostpreußenstraße – die Grundschule verfügt über 20 Klassen-, darunter 16 Klassenzimmer in Festbauten und vier in einer Pavillonanlage. Im Schuljahr 2020 / 21 werden dort 399 Schüler in 16 Klassen beschult.

Bis zum voraussichtlichen Einsetzen des Wohnungsbezugs im Nordosten im Jahr 2030 bewegt sich die Klassenzahl im Grundschulsprengel aus heutiger Sicht relativ konstant zwischen 16 und 18 Klassen. Infolge kommt es dann zu einem sukzessiven Anstieg der Klassenzahl. Ab dem Schuljahr 2034 / 35 kann der Schüler-Mehrbedarf voraussichtlich nicht mehr an der Bestandsschule abge­deckt werden. Aus heutiger Sicht sollte ab dem Schuljahr 2034 / 35 eine neue Grundschule in Betrieb genommen werden.

Kraus’ Fazit: „Der Bedarf einer weiteren Grundschule in Bogenhausen wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht gegeben angesehen. Die für die Versorgung der Städtebaulichen Entwicklungs­maßnahme (SEM) im Nordosten benötigte Schulversorgung ist aus heutiger Sicht nicht vorzuzie­hen.“

Interessante Aspekte, die bis dato (öffentlich) nicht bekannt sind:

Zum einen die Angabe 7157 Wohneinheiten ab 2030 bis 2040 nach derzeitigem Stand im Nordosten.“ Aha: Mit dieser Anzahl der Wohnungen und diesem Zeitfenster kalkuliert also das Planungsreferat. Dabei sollten die Mitarbeiter doch zunächst mal ihre Hausaufgaben machen, bei­spielsweise die im Chat Mitte Mai gestellten rund 500 Bürgerfragen beantworten. Und was ist mit der Verlegung der Bahnstrecke zwischen Daglfing und Johanneskirchen  in einen Tunnel? Bis 2030 hundertprozentig nicht machbar, aber 2030 rund 600 Wohnungen fertig stellen. Einfach dreist!

Und zum Baugebiet Eggenfeldener Straße südlich: Ab 2023 werden 110 (der 380) Wohneinheiten realisiert. Zumindest das Jahr für den Baustart ist jetzt bekannt.

 

Fabian EwaldNeue Grundschule: „Aktuell kein Bedarf“