Ruth-Drexel-Schule: Container statt extern

04. Juli 2021

Ruth-Drexel-Schule: Container statt extern

 

Was viele Eltern längst befürchtet hatte, was sich seit Jahren abgezeichnet hatte: Die nagelneue Ruth-Drexel-Schule (RDS) im Prinz-Eugen-Park ist zu klein. Die dreizügig gebaute Einrichtung – sie gehört zum Sprengel der Schule an der Knappertsbuschstraße – verfügt zu Beginn des neuen Schuljahrs im Spätsommer Platz für drei Eingangsklassen. Untergebracht werden müssen aber vier Klassen. Verantwortliche und Eltern fordern, Container auf dem RDS-Schulgelände aufzu­stellen, um den Schulbetrieb vor Ort „auf Jahre“ gewährleisten zu können.

Die Folgen ohne Container wären gravierend: „Auslagerung“ einer Klasse in die Knapperts­buschstraße, wozu man aber zwei Räume für die Mittagsbetreuung im dortigen Pavillon bräuchte. Was aber wird dann aus der Mittagsbetreuung? Kurzum: Einmal mehr haben sich die Planer beim aktuellen Bedarf verschätzt. „Das ist eine Fehlplanung der Stadt“ – so bezeichnete Nicole Zettler, Mitinitiatorin der Mittagsbetreuung, die aktuelle Situation bei der Beratung im Bezirksausschuss.

Die moderne Ruth-Drexel-Schule (Innenhof) im Prinz-Eugen-Park: Nach drei Jahren schon zu klein! Foto: hgb

Die Lokalpolitiker beschlossen den vorliegenden Antrag „Raum- und Betreuungsbedarf Grundschu­len in / um den Prinz-Eugen-Park umgehend sicherstellen“ und leiteten ihn an das Referat für Bil­dung und Sport (RBS) weiter. Nach erfolgter Rückmeldung wollen sich die Mitglieder im Unteraus­schuss Bildung und Sport zusammen mit den Betroffenen erneut mit der Thematik auseinanderset­zen und so das weitere Vorgehen ableiten. In der sechs Punkte umfassenden Initiative heißt es:

 

  • Der Bezirksausschuss fordert das RBS auf, für den Beginn des Schuljahrs 2021 / 22 die notwendi­gen Raumkapazitäten für sieben Eingangsschulklassen (Ruth-Drexel- und Knappertsbusch-Grund­schule) bereitzustellen – gegebenenfalls durch das Aufstellen von Containern.
  • Den bis 17 Uhr genutzten Pavillon in der Knappertsbuschschule zur Betreuung der Erstklässler nicht für eine Klassenzimmernutzung heranzuziehen.
  • Den ehemaligen Kita-Pavillon Salzsenderweg für eine Klassenzimmernutzung bereitzustellen.
  • In Zusammenarbeit mit dem Schulamt die Sprengelziehung für eine gesicherte Grundschulversor­gung im Stadtbezirk durchzuführen einschließlich der Neueinrichtung des Sprengels Ruth-Drexel-Grundschule mit Fokus auf vertretbare Klassengrößen und Berücksichtigung des Migrationsanteils.
  • Den Bezirksausschuss über die zu erwartenden Schülerzahlen und Betreuungsbedarfe (Ganztag, Hort) der kommenden vier Jahre in Bogenhausen zu informieren.
  • Eine / n Koordinator/in als zentralen Ansprechpartner im RBS für den Bezirksausschuss, die Schulleitung und den Elternbeirat zur Optimierung der Grundschulversorgung einzusetzen.

 

Zu all dem ein kurzer Rückblick: Im Februar 2018 hatte unser-bogenhausen.de berichtet: „Ruth-Drexel-Schule: Zu klein geplant?“ Seinerzeit hatte Bezirksausschuss per einstimmigem Antrag das RBS gefragt, ob die „nach dem Lernhauskonzept gebaute dreizügige Grundschule bei Bedarf auf vier Züge erweitert werden kann“.

Verabschiedet haben die Lokalpolitiker aktuell zudem den Grünen-Antrag, in Bogenhausen „eine weitere Grundschule mit kooperativem Ganztag zu planen und diese schnellstmöglich zu errichten.“ Dazu sollen auch verpachtete, städtische Grundstücke geprüft werden, deren Pachtvertrag in den kommenden Jahren ausläuft. Und: Der für 2030 geplante Erweiterungsbau der Grundschule an der Ostpreußenstraße soll auf einen früheren Erstellungstermin vorgezogen werden.

 

Fabian EwaldRuth-Drexel-Schule: Container statt extern