Der Bezirksausschuss hatte Ene Februar das Baureferat Gartenbau aufgefordert, die Ergebnisse der beantragten Prüfung eines neuen Grünkonzepts für den Effnerplatz, das im Antwortschreiben vom September 2023 angekündigt worden ist, vorzustellen. Dieser Anfrage haben die Bogenhauser Lokalpolitiker unlängst einhellig zugestimmt. Jetzt liegt die Antwort des Baureferats / Gartenbau vor.
„Bei der Skulptur Mae West handelt es sich um ein urheberrechtlich geschütztes Kunstwerk, dessen Konzeption keine Begrünung vorsieht. Die Urheberin der Mae West hat dies abgelehnt. Eine Begrünung mit Kletterpflanzen ist daher nicht möglich.
Bereits vor etwa 13 Jahren wurde im Zuge der Gestaltung des Platzes nach der Errichtung des Kunstwerks das Thema Begrünung intensiv zwischen dem Bezirksausschuss, den Bürgern und der städtischen Verwaltung diskutiert. Die aktuelle Gestaltung ist das einvernehmliche Ergebnis dieses intensiven Abstimmungsprozesses.
Die Mae West steht auf der zentralen Grünfläche über der Tunneldecke des Mittleren Rings. Südlich und nördlich schließt jeweils eine weitere Grünfläche an. Auf diesen Grünflächen sind einzelne Pulks von Wildrosen angeordnet, als Abgrenzung zur Straße sind Formhecken gepflanzt. An die Grünfläche im Bereich der Bülowstraße schließt die Tram-Haltestelle an, abgegrenzt mit einer linearen Gruppe von Sträuchern.
Alle Grünflächen im Bereich des Platzes sind inzwischen als artenreiche Blühwiesen entwickelt und werden zweimal jährlich gemäht. Insgesamt zeichnen sich diese Blühwiesen durch eine hohe Artenvielfalt aus und weisen somit einen hohen ökologischen und auch ästhetischen Wert auf. Die Straßen sind begleitet mit Alleebäumen, in der Effnerstraße sind dies Linden und in der Bülowstraße Gleditschien. Im Bereich der Trambahnwendeschleife wurden vier Felsenbirnen als kleinkronige Bäume gepflanzt.
Die Prüfung der Begrünungsmöglichkeiten hat ergeben, dass keine weiteren Begrünungen wie vorgeschlagen möglich sind. Zur Aufwertung der bestehenden Bepflanzung werden die Wildrosen gedüngt und im Herbst die Formhecken erneuert.“
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Rückblick: Am Sonntag, 30. Januar 2011, gegen 22 Uhr, war’s geschafft: Die Mae West, die Großskulptur am Effnerplatz, war verschraubt! Die Monumentalplastik – entworfen von Rita McBride aus Des Moines / USA – präsentiert sich seither rank und schlank dem Betrachter. Ein Wahrzeichen für Bogenhausen, mit 52 Metern das höchste Kunstwerk Deutschlands, seinerzeit 1,54 Millionen Euro teuer, finanziert aus dem städtischen Programm Kunst am Bau.
Die Namensgeber des Platzes, die Baumeister Joseph und Gartengestalter Carl von Effner, hätten sicherlich wohl nie vorstellen können, dass auf „ihrem“ Platz einmal eine taillierte Riesendame steht. Benannt nach der kurvenreichen US-Schauspiel-Ikone, einem Sexsymbol der Dreißiger Jahre, legendär für ihre langen Beine, ihre schlanke Taille. Broadway-Star Mary Jane „Mae“ West hat das wohl von ihrer Mutter geerbt: Matilda „Tillie“, Dölger – gebürtig im Freistaat.
Die Maße der Dame, dem „Stangerl mit Taille“ können sich sehen lassen: Höhe 52, „Schuhgröße“ 32, Taille 7,5 und Oberweite knapp 20 Meter. Zahlen zum Vergleich: Der HypoVereinsbank-Tower ist 114 Meter hoch, das Westin Grand Hotel 75 Meter.
Das korsettartige Oberteil der Diva besteht aus 32 gekreuzten pechschwarzen Karbonrohren – jedes Stangerl ist knapp 40 Meter lang und hat beginnend am Mittelsockel exakt 27,5 Zentimeter Durchmesser, der zur Spitze hin um fünf Zentimeter schrumpft. 128 Schrauben halten die beiden Teile zusammen. Knapp 150 Tonnen wiegt die Skulptur, die auf einer nur 1,5 Meter dicken Decke steht – darunter rauscht der Verkehr durch den Effnertunnel.
Bissig-ironische Bezeichnungen für das gewagte Stabwerk gibt es zuhauf: Strickliesl, Schirmständer, Eierbecher, Drahtverhau, Mikadohaufen, Badehocker, Kraftwerk-Kühlturm, Bienenstock, Papierkorb, Kurvenstar, Sex-Göttin, Taubennest, Wäschekorb, Netzstrumpf, und, und, und.

