Die Sicherheitslage und den Zustand der Bauruine Freischützstraße 75 – 81 / Johanneskirchner Straße 98 – 100 (Anm. d. Red.: Bauvorhaben „An den Winterlinden“, vormals Freischützgärten), seit langer Zeit ein Torso, „umgehend verbessern“ – das hat ein Anlieger per Antrag unlängst im Bezirksausschuss von der Stadt gefordert.

In einem Schreiben an Florian Ring (CSU), Vorsitzender des Kommunalparlaments, heißt es (Auszüge bearbeitet): „Die seit längerer Zeit brachliegende Baustelle entwickelt sich zunehmend zu einer Gefahrenquelle. Auf dem Gelände sammeln sich Müll, Unrat und Ungeziefer. Der Zugang ist faktisch unkontrollierbar, da Bauzäune und Gitter regelmäßig geöffnet werden und Folien im Erdgeschossbereich aufgeschnitten werden. So wird das Gebäude regelmäßig von Drogenabhängigen, alkoholtrinkenden Obdachlosen sowie auch von Kindern und Jugendlichen betreten. Es wurde zudem mehrfach beobachtet, dass die Polizei bereits vor Ort im Einsatz war.“

Und weiter: „Es bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken für Anwohner. So durch den unkontrollierten Zugang sowie die Möglichkeit, über Balkone in bewohnte Gebäude zu gelangen. Zudem führt der fortschreitende Verfall zu einer deutlichen Verschlechterung der Situation im unmittelbaren Umfeld. Auch angesichts der aktuellen medialen Berichterstattung über das betroffene Bauvorhaben sowie die verantwortlichen Unternehmen und der daraus ersichtlichen strukturellen Problemlage ist offensichtlich ein akuter ordnungsrechtlicher Handlungsbedarf zur Abwehr konkreter Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gegeben.“

Robert Brannekämper, CSU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Planungsgremiums, dazu: „Der Komplex ist schon vier Mal verkauft worden, schaut inzwischen aus wie nach einem Bombenbeschuss in der Ukraine. Wir müssen der Stadt Druck machen. Knackpunkt an der Sache ist, dass die Firma, die dort baut bzw. bauen will, insolvent ist, nicht aber die Firma, der alles gehört.“

Beschluss der Lokalpolitiker: Die Stadt wird aufgefordert, für die Abgeschlossenheit der gesamten Baustellenanlage zu sorgen. Dies könnte durch eine Sicherung der Bauzäune erfolgen, damit diese nicht mehr einfach händisch geöffnet werden können. Außerdem sieht der Bezirksausschuss den Tatbestand der Zweckentfremdung von Wohnraum in weit mehr als 70 Fällen als erwiesen an und bittet die Lokalbaukommission (LBK) beziehungsweise das Wohnungsamt, hier schnellstmöglich tätig zu werden und ein Bußgeldverfahren einzuleiten.

Bauruine Freischützgärten an der Ecke Freischütz- / Johanneskirchner Straße: Faktisch ein frei zugängliches Areal und Gebäude. Auf dem Gelände sammelt sich Müll, in den Häusern treffen sich auch Drogenabhängige.       Foto: hgb