Der Prinzregentenplatz wäre ein wunderbarer Standort für einen Bücherschrank. Sowohl auf der Süd- als auch auf der Nordseite beim Brunnen sitzen häufig Leute aus dem Viertel, andere warten auf den Bus. Sicherlich würden sich viele Nachbarn freuen, wenn sie dort Bücher abgeben könnten. Für uns aus dem Viertel ist der nächste Bücherschrank in der Steinstraße. Im noch weiter entfernten Prinz-Eugen-Park gibt es sogar drei. Ist der Bezirksausschuss offen für den Vorschlag?“
Mit diesen Ausführungen hatte sich bei der Juni-Tagung ein Bürger an das Bogenhauser Kommunalparlament gewandt. Der einstimmige Beschluss der Lokalpolitiker: „Ein Bücherschrank wird grundsätzlich befürwortet. Es ist jedoch für zwingend notwendig im Vorfeld zu klären, wer diesen Bücherschrank betreuen wird, um sicherzustellen, dass beispielsweise kein unangemessenes Lesematerial dort eingestellt wird.“
Nun heißt es abwarten, ob sich jemand bereit erklärt, den Schrank – Kauf und Aufstellung kosten mindestens 10 000 Euro – zu betreuen. *
Der erste Bücherschrank in Bogenhausen, neben dem Eingang zum Cosimawellenbad, wurde vor neun Jahren „eröffnet“. An dem Glaskasten ist seitlich eine Tafel angebracht, ist die Funktionsweise des mit verschiebbaren Türen an Vorder- und Rückseite versehenen Lektürespinds erklärt.
„Lesen – Tauschen – Diskutieren“ – unter diesen Schlagwörtern heißt es auf dem Schild: „Das ist ein offener Bücherschrank. Er ist vierundzwanzig Stunden am Tag geöffnet, an jedem Tag im Jahr. Nehmen Sie einfach ein Buch mit, das Sie gerne lesen möchten. Behalten Sie es oder bringen Sie es zurück, damit auch andere es lesen können. Oder Sie stellen ein anderes Buch hinein, das Sie für lesenswert halten. So sind immer genügend Bücher für alle vorhanden. Bringe Sie bitte nur so viele Bücher, wie in den Schrank hineinpassen.“ Lästige Anmeldeformulare und die Beachtung einer zeitlichen Frist entfallen also.
Der Schrank für maximal 500 Werke, seinerzeit der sechste in München, war schnell voll. Angeregt durch Einrichtungen in anderen Stadtbezirken hatten Lokalpolitikerin Georgine Resch zusammen mit Andreas Baier die Initiative ergriffen, hatten dann den gemeinnützigen Verein „Bürgerschränke Bogenhausen“ gegründet.
Dank der finanziellen Unterstützung des Bezirksausschusses konnte das dunkelblaue Depot gekauft werden. „Die Stadtwerke München (SWM) haben nicht nur die Erlaubnis für die Aufstellung vor dem Hallenbad gegeben, sie haben die Fläche auch gratis zur Verfügung gestellt“.
