Klinikum: Ausbau für 395 Millionen Euro

18. November 2017

„Die Modernisierung des Klinikums Bogenhausen erfolgt in mehreren Abschnitten nach Fertigstel­lung des Neubaus. Die Erweiterung im Osten schließt sich nahtlos und ebenengleich an den Bestandsbau an. Die Parkplätze für Besucher bleiben erhalten, der Hubschrauberlandeplatz wird auf das Dach verlegt. Abteilungen aus dem Schwabinger Klinikum werden künftig in einem sanier­ten Gebäude beheimatet.“

Diese Ausführungen der Bezirksausschuss-Vorsitzenden Angelika Pilz-Strasser registrierten die Besucher der Bürgerversammlung ohne eine einzige Nachfrage. Michael Bergmann-Mitzel, Be­reichsleiter Bau und Technik vom Städtischen Klinikum München (StKM), musste nicht einspringen, um Details zu erläutern. Was steckt hinter den eloquenten Worten von Pilz-Strasser? Was läuft ab?

Zunächst einmal: Der Bauboom in Bogenhausen setzt sich ungebremst fort. Das nächste der >Mehrere-Hundert-Millionen-Euro-Projekte< – beispielsweise nach dem Richard-Strauss-Tunnel, den Wolkenkratzern am Vogelweideplatz, der Sanierung des BayWa-Towers – zeichnet sich ab. „Bauvorbereitende Maßnahmen“, so Klinikums-Pressesprecher Ralph Diecke, beginnen im kommenden Frühjahr. Der Start für die Erweiterung ist für Mitte 2019 vorgesehen, ehe die Modernisierung der Bestandsgebäude ansteht.

Der Erweiterungsbau (orange) des Klinikums Bogenhausen. Der Hubschrauberlandeplatz wird auf dem Dach des Gebäudes angelegt.     Plan: Städtisches Klinikum München

Der Erweiterungsbau (orange) des Klinikums Bogenhausen. Der Hubschrauberlandeplatz wird auf dem Dach des Gebäudes angelegt. Plan: Städtisches Klinikum München

„Der Freistaat und die Landeshauptstadt investieren in alle vier Standorte der StKM in den nächsten Jahren rund eine dreiviertel Milliarde Euro in Neubauten und Modernisierung.

Das ist aktuell eines der größten Gesundheitsprojekte in Deutschland. Das Vorhaben am Klinikum Bogenhausen erhält aus dem Krankenhausbauprogramm des Freistaats für 2018 die größte bayerische Einzelprojekt-Förderungssumme,“ erläutert die stellvertretende Pressesprecherin Maike Zander, und ergänzt:

„Das ist ein sehr komplexes Projekt, da mehrere Vorgänge teilweise parallel geplant werden.“

Die konkreten Zahlen fürs Klinikum Bogenhausen: Die „geplanten Gesamtkosten“ betragen 395 Millionen Euro!

„Ca. 277 Millionen Euro geplante Investitionen Erweiterung und Gesamtsanierung“ schätzten die Verantwortlichen vor rund drei Jahren. In einem Zwischenbericht wurde die „Kostenprognose aus der Machbarkeitsstudie 2014 fortgeschrieben auf einen Betrag von rund 315 Millionen Euro. Der­zeit (Anm. d. Red.: im September 2016) liegt von der StKM keine belastbare Kostenermittlung vor. Diese kann erst seriös mit Abschluss der Bewertung der notwendigen Sanierungen im Bestands­gebäude erfolgen. Nach derzeitiger Kostenermittlung geht die StKM davon aus, dass die veran­schlagten 315 Millionen Euro nicht auskömmlich sein könnten.“ Nun also 395 Millionen Euro.

Der Zeitablauf: Im Oktober 2016 sollte es eigentlich mit dem Anbau losgehen, im April 2019 alles fertig sein. Da staatliche Zuschüsse nicht endgültig fixiert waren und der zuvor vorgesehene Anbau entlang der Englschalkinger Straße aufgegeben wurde, verzögerte sich alles. Stand heute eben Baubeginn im Sommer 2019.

Der Eingangsbereich des Klinikums Bogenhausen.   Foto: hgb

Der Eingangsbereich des Klinikums Bogenhausen. Foto: hgb

Die Baumaßnahmen: Der Hubschrauberlandeplatz wird auf das Dach des Erweiterungstrakts im Osten verlegt und damit noch weiter entfernt von der Wohnbebauung errichtet.

Das hat Vorteile für Patienten und Anwohner. Für die Patienten bedeutet es einen schnelleren Zugang zu den Opera­tionssälen, für die Anwohner eine reduzierte Geräuschentwicklung.

Die Planung sieht vor, dass es im Osten eine zweite Zufahrt zum Klinikum von der Englschalkinger Straße aus geben wird. Hier kann der Lieferverkehr ein- und nach Westen wieder abfahren.

„Das wird zu einer Entspannung und Entzerrung der Verkehrssituation führen. Diese Planung wird es auch möglich machen, dass die Rettungswägen künftig über die alte Zufahrt ein-, aber über die neue, zweite Straße abfahren. Bisher konzentrieren sich alle Zu- und Abfahrten auf einen Knoten­punkt. Dieser wird durch eine zweite Zu- und Abfahrt zukünftig entlastet. Das hat uns ein unabhän­giges Verkehrsgutachten bestätigt,“ erklärt Zander.

Und: Für die Baustelleneinrichtung sowie die neue Zufahrt wird die Fläche der Mitarbeiterparkplätze benötigt, die Parkplätze für Besucher bleiben künftig komplett bestehen.

– Titelbild: hgb –

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