Rosenkavalierplatz: Bald Einbahnstraße

21.05.2015

Der Rosenkavalierplatz, die knapp 500 Meter lange Verbindungsstrecke zwischen Elektra- und Arabellastraße, wird in Richtung Grand Hotel Westin eine Einbahnstraße. Dem einstimmig im November gefassten Beschluss des Bezirksausschusses (BA) auf Antrag von CSU-Lokalpolitikerin Carola Bauer stimmte jetzt das Kreisverwaltungsreferat (KVR) zu. Die Arbeiten sollen im September beginnen. Zuvor finden in der Umgebung diverse Baumaßnahmen statt.

Mehr als 15 000 Arbeitsplätze, rund 10 000 Bewohner, viele Hotelgäste und noch mehr Besucher: Der Arabellapark ist im Lauf der Jahrzehnte enorm gewachsen. Und folglich auch das Verkehrsauf­kommen in dem dank Lage und Infrastruktur attraktiven Stadtviertel. Zu einem Engpass entwickelte sich dabei das Zentrum, der Rosenkavalierplatz. Supermarkt, Ladengeschäfte, Wochenmarkt, Firmen, Büros, Hotels, Restaurants, Arztpraxen, Kliniken, Kinos, Dialysezentrum, Umweltministe­rium sowie Stadtbücherei mit Volkshochschule ziehen die Menschen fast magisch an.

Der Rosenkavalierplatz, die knapp 500 Meter lange Verbindungsstrecke zwischen Elektra- und Arabellastraße, wird in Richtung Grand Hotel Westin eine Einbahnstraße.

Der Rosenkavalierplatz, die knapp 500 Meter lange Verbindungsstrecke zwischen Elektra- und Arabellastraße, wird in Richtung Grand Hotel Westin eine Einbahnstraße.

Die meisten von ihnen sind mit dem Autos unterwegs. Auf der Suche nach einem Stellplatz meiden sie vorwiegend die kostenpflichtigen Tiefgaragen. Sie kurven daher mit ihrem Fahrzeug rund um und durch den Arabellapark. Dabei passieren sie auf ihren „Kreisrouten“ zwangsläufig stets den Rosenkavalierplatz. Und das oft mehrmals.

Zum Pkw-Verkehr kommen zahlreiche Lieferfahrzeuge von Kleinlastwagen bis hin zu langen Sattel­schleppern dazu. Die Folgen sind bisweilen chaotische Zustände. Die Durchfahrt ist oft verstopft.

Am Zebrastreifen, mit Verkehrsinsel in der Mitte des geteilten Platzes, wenden regelmäßig Autos, vor allem Taxis. Viele Autofahrer halten, warten oder parken gar in zweiter Reihe. Lastkraftwagen behindern und blockieren sich immer wieder gegenseitig.

Die Lasterfahrer müssen ebenso wie die Lenker der vielen Reisebusse von und zu den beiden großen Hotels oft zentimetergenau rangieren. Vor allem beim Knick an der Elektra- Richtung Englschalkinger Straße wird’s oft problematisch. Um nicht das Schild auf der Verkehrsinsel oder seitlich parkende Wagen zu touchieren, müssen die Busfahrer einige Meter auf den Rad- und auch den Fußweg ausweichen und auch rangieren.

Die Situationen kann Antragstellerin Bauer bestens beurteilen. Sie ist nämlich seit zehn Jahren im Umwelt- und Verbraucherministerium am Rosenkavalierplatz 2 berufstätig. Aus ihrem Büro im zweiten Stock hat sie einen optimalen Überblick. In der Antragsbegründung führte sie an: „Der Rosenkavalierplatz ist ein Nadelöhr. Der Fußgängerüberweg stellt durch eine Insel in der Mitte des Zebrastreifens einen zusätzlichen Engpass dar, da hier – in erster Linie um die Mittagszeit und an den Markttagen am Donnerstag – der Verkehr regelmäßig zum Stillstand kommt.“

Wegen all dem registriert Bauer immer wieder „aggressives Verhalten der Verkehrsteilnehmer, Streitigkeiten und lautstarke Hupkonzerte.“ Fürwahr: Wer sich nur wenige Minuten vor Ort aufhält, kann dies bestätigen.

Zu jeder Jahreszeit ein Nadelöhr mit immer wieder kehrenden chaotischen Verkehrsituationen und vielen Unfällen: der Rosenkavalierplatz im Arabellapark.

Zu jeder Jahreszeit ein Nadelöhr mit immer wieder kehrenden chaotischen Verkehrsituationen und vielen Unfällen: der Rosenkavalierplatz im Arabellapark.

Auch die KVR-Fachleute konstatierten: „Der Platz ist zumindest werktags ganztägig mit sehr hohem Parkdruck belastet, wobei das Verhalten der Verkehrsteilnehmer nach Einschätzung der Polizei nachgerade als aggressiv eingestuft werden muss. Es kommt auch sehr häufig zu Konflikten mit Hupen und Beschimpfungen.“

Auch die Unfallhäufigkeit ist laut Polizei „außerordentlich hoch“. Zwischen Januar 2013 und Januar 2015 wurden in dem Abschnitt 23 Unfälle registriert, davon 15 mit Unfallflucht an geparkten Fahrzeugen und acht Vorfälle mit Personenschäden. Außerdem wurden 48 so genannte Kleinunfälle aufgenommen, wobei meist Autos beim Ein- und Ausparken beschädigt wurden.

Die städtischen Experten haben Für und Wider abgewogen und stufen die Folgen einer Einbahn­regelung „als noch vertretbar“ ein. Denn diese ziehen „notwendige Umfahrungen für den Lieferver­kehr und die am Rosenkavalierplatz vorhandenen Tiefgaragen“ nach sich. Es müsse einkalkuliert werden, dass der „durchfahrende Parksuchverkehr über die Arabella-, Englschalkinger und Elektra­straße abfließt und erneut anfährt. Damit ist in der Elektrastraße mit einer höheren Verkehrsbelas­tung zu rechnen, die durchaus negative Auswirkungen auf den Busverkehr in der Elektra- und Daphnestraße habe könnten.“

In der KVR-Mitteilung zum Entscheid an das Bogenhauser Kommunalparlament heißt es: „Im Einvernehmen mit dem Polizeipräsidium halten wir eine Einbahnregelung für notwendig und sinnvoll.“ Über die Maßnahme hinaus soll die künftige Einbahnstraße für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben werden.

Nicht umgesetzt werden könnten hingegen die geforderten zusätzlichen Schrägparkplätze, da der erforderliche Rangierraum von sechs Metern wegen der Schrägparkplätze auf der anderen Fahrbahnseite nicht umsetzbar sei. Ob die Verkehrsinsel in der Mitte des Rosenkavalierplatzes rückgebaut wird, das muss das Baureferat noch prüfen.

Achtung! Baustelle! heißt es für Monate im und um den Arabellapark. Bis Jahresende dauern die demnächst startenden Arbeiten im Bereich Daphne- und Denninger Straße. Derzeit wird die Arabellastraße im Abschnitt des Bürokomplexes Arabeska wieder hergerichtet. In den Sommer­ferien steht die Fahrbahnsanierung in der gesamten Elektra- und Daphnestraße an, wobei eine Einbahnregelung in Richtung Norden erforderlich wird. Und schließlich – voraussichtlich ab September – die Maßnahmen am Rosenkavalierplatz. Eine zusätzliche Verkehrsbelastung gibt’s im Juni durch den G7-Gipfel, wenn Politiker aus aller Welt in den beiden großen Hotels wohnen und Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.

Alexander MihatschRosenkavalierplatz: Bald Einbahnstraße