Bahnausbau: Zustimmung mit Zusatz Tunnel

22. April 2021

Bahnausbau: Zustimmung mit Zusatz Tunnel

Mit dem Zusatz „nur mit einem Tunnel zwischen Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen“ schlossen sich die Mitglieder des Bezirksausschusses einstimmig einer von zahlreichen Bürgerinitiativen und Kommunalpolitikern (jüngst vom Bezirksausschuss Trudering) gezeichneten Resolution mit Forderungen an das Bundesverkehrsministerium, die Staatsregierung und an die Deutsche Bahn (DB) Netz AG „zum Gesundheitsschutz der Anwohner am Nordzulauf des Brenner-Basistunnels (BBT) von Rosenheim bis Johanneskirchen“ an.

Zum Projekt: Die Kosten des Nordzulaufs werden (derzeit) auf rund sieben Milliarden Euro veranschlagt – es wäre die größte, jemals in Freistaat realisierte Infrastrukturmaßnahme. In etwa 60 Prozent der Trasse zwischen Ostermünchen und Kiefersfelden sollen nach jüngsten DB-Präsentationen unter der Erde verlaufen. Ob dadurch der Widerstand von mehr als 300 000 in dieser Region wohnenden Menschen abebbt – das wird sich zeigen.

Zurück zu der Resolution: Die in dem Papier fehlende Verlegung der Gleise bei einem vierspurigen Ausbau der Strecke in einen Tunnel müsse, so das Statement der Lokalpolitiker, gegenüber einer ebenerdigen Trasse – diese Variante favorisiert die DB in diesem Abschnitt – eindeutig klar dargelegt werden.

Die Bahngleise zwischen Daglfing, Englschalking und Johanneskirchen müssen beim Ausbau der Strecke in einen Tunnel verlegt werden – das bekräftigten erneut die Mitglieder des Bezirksausschusses, schlossen sich einer überregionalen Resolution an. Foto: hgb

Klaus-Walter Kröll, Vorsitzender der „Bürgerinitiative für einen Bahntunnel von Zamdorf bis Johanneskirchen“, betonte in seinen Erläuterungen, dass es bei der „Solidaraktion um eine gemeinsame Position“ gehe, dass der BBT-Nordzulauf ein „Anliegen für ganz München“ sei. Sein Hinweis, „an dem Text der Resolution kann man nichts mehr ändern, weil schon viele unterschrieben haben“, löste massive Proteste im Gremium aus.

„Ich bin entsetzt“, so kommentierte Angelika-Pilz-Strasser (Grüne) den Textabsatz „Die Forderung der Anwohner ab Rosenheim bis München ist daher, die Vorhabenträgerin DB Netze AG sofort mit der Planung von aktiven Lärmschutzmaßnahmen nach Neubaustandard zu beauftragen und diese zwingend umzusetzen, bevor es zu unzumutbaren Belastungen der Bürger kommt.“ Nicht der „aktive Lärmschutz, sondern die Tieferlegung der Gleise“, also der Lärmschutz in Form eines Tunnels, „ist für Bogenhausen maßgebend, wir kämpfen seit Jahren für die Tunnellösung, wir werden nicht von unseren Forderungen abweichen.“

CSU-Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller unterstützte diese Ausführungen:

„Die Resolution ist richtig und wichtig. Wir können aber nur zustimmen, wenn die Tieferlegung im Text steht. Alles andere ist für Bogenhausen nicht darstellbar.“ Warum diese Anmerkung nicht bereits in dem Papier stehe, sei ihm unverständlich.

Kröll erklärte zu all dem:

„Bei dem Text geht es um ein diplomatisches Vorgehen, um ein einheitliches Vorgehen zu erreichen.“ Zum Verlangen eines „maximalen Lärmschutzes“ sagte er: „Wir sind uns einig, wir brauchen maximalen Lärmschutz, der ergibt sich automatisch auf den zweiten Blick, ergibt sich zwingend aus dem Tunnel.“

Die Runde einigte sich schließendlich auf einen Textanhang in der Resolution. Dieser muss direkt auf der Unterstützerliste hinter der Zeichnung „Bezirksausschuss 13 Bogenhausen“ stehen.

Fabian EwaldBahnausbau: Zustimmung mit Zusatz Tunnel