Lohengrinstraße: Die verbotene Abkürzung

15. Mai 2021

Lohengrinstraße: Die verbotene Abkürzung

Es war absehbar, obwohl Anlieger protestiert, obwohl Lokalpolitiker gewarnt hatten: Die Lohen­grin­straße – die Durchfahrt ist verboten, es gilt „Anlieger frei“ – ist zur Hauptverkehrsver­bin­dung, zu ei­ner Abkürzung von der Effner- zur Cosimastraße (und natürlich auch in die Gegen­richtung) vor al­lem zum Prinz-Eugen-Park –­ dort leben bald mehr als 4500 Menschen – geworden.

Gegen die Belastungen im Wohnviertel, gegen „die Verkehrssituation im Bereich der Lohengrin- und We­sendonkstraße sowie den angrenzenden Seitenstraßen“ formieren sich Anwohner, bitten den Be­zirksausschuss „drin­gend um Abhilfe“. Doch wie? Das soll, sofern Corona bedingt wieder mög­­lich, bei einem Ortstermin zusammen mit den Betroffenen, Vertretern der Polizeiinspektion 22 Bogenhausen und der Lokalpolitik erörtert werden. Ob’s eine Lösung gibt? Abwarten! Ebenso gilt es abzuwarten, bis die Werte der von der Stadt zugesagten Verkehrszählung nach Fertigstellung der restlichen Wohnungen im Prinz-Eugen-Park vorliegen.

Ecke Effner- / Lohengrinstraße: Die Durchfahrt ist nur für Anlieger frei, doch kaum einen Verkehrsteilnehmer stört das Verbot. Foto: hgb

„Zusätzlich zur generellen Missachtung der Anliegerregelung wird die jetzt auch noch durch die Be­­woh­ner und den Zulieferverkehr des Prinz-Eugen-Quartiers in beide Richtungen täglich völlig miss­ach­tet. Dieses Verhalten ist mittlerweile zum Gewohnheitsrecht – man bekommt zu hören >Ich fahre hier schon immer durch, was willst Du?< – geworden“, heißt es in einer Mail an das Kom­mu­nalparlament.

Und weiter: „Wir beobachten, dass die Verkehrsteilnehmer durch die Lohengrinstraße unter Miss­achtung von Tempo 30 und Rechts-vor-Links-Regelung regelrecht durchrasen. Erschreckend ist, dass die Aggressivität der Autofahrer weiter steigt. Macht man darauf aufmerksam, wird man mit dem Mittelfinger oder Worten beleidigt, manchmal wird sogar Gewalt angedroht.“

Deutliche Vorwürfe an die Stadt:

„Leider haben wir die Verkehrssituation, die wir Anwohner be­fürch­tet haben. Die Stadt hat für teures Geld ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. Darin wur­de damals als beste Lösung eine Sackgassenregelung für die Lohengrin- zur Effnerstraße hin auf­ge­zeigt. Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass die Verantwortlichen ein Gutachten erstel­len las­sen und dieses dann nicht befolgen.“

Die Folge: Eine Regelung, „die nicht nachhaltig überwacht und durchgesetzt wird. Alle paar Monate ein Geschwindigkeitsmessgerät für zwei Stunden aufzustellen, ändert nichts. Unsere Vorschläge, wie Verengung der Lohengrinstraße, beispielsweise durch Schrägparker, wurden allesamt abge­lehnt. Unter den Anwohnern herrscht eine Stimmung aus Verzweiflung und Wut. Nicht ausmalen wollen wir uns die Situation nach dem Lockdown, wenn sie sich zur einer Extrembelastung auswei­tet.“

Fabian EwaldLohengrinstraße: Die verbotene Abkürzung