KulturBürgerHaus: Wie sieht’s denn aus?

11. Juni 2021

KulturBürgerHaus: Wie sieht’s denn aus?

Das KulturBürgerHaus (KBH) am Maria-Nindl-Platz wird das Herz des Wohnquar­tiers Prinz-Eu­gen-Park (1800 Wohnungen für mehr als 4000 Menschen) an der Cosimastraße auf dem einstigen Ka­ser­nengelände. Im Dezember 2018 wurden bei einer Bürgerbeteiligung zur Arealgestaltung von Architektin Anne Beer ein paar Sekunden lang auch eine Art Visualisierung des Gebäudes und die Grundrisse der drei Geschosse präsentiert. Aktuelle Ansichten gibt es – angeblich – trotz Nach­fragen nicht. Die Stadt mauert, das KBH wird offensichtlich als Verschlusssache behandelt!

Rückblick I: Ein Anwohner schüttelte seinerzeit, im Dezember 18, angesichts der KBH-Zeichnung den Kopf: „Das soll schön sein?“ Und ein anderer urteilte: „Langweilig, einfach langweilig.“

Rückblick II, Ende 2017: Bürger und Lokalpolitiker träumten von einem Mini-Gasteig wie dem 32 Mil­lionen Euro teuren Komplex im angrenzenden Unterföhring. Realistischer Wunsch war ein Ge­bäude à la Kultur­zentrum Trudering. Fakt ist: Vom einst geplanten Zentrum für die mehr als 90 000 Bogenhauser bleibt nur mehr ein größerer, wenn auch moderner Treffpunkt übrig, quasi ein Min-Bürgerhaus, ein Bürger­haus light. Die Stadt hatte nämlich kräftig den Rotstift angesetzt, das Ganze darf nur mehr 10,2 Millionen Euro kosten. Aus heutiger Sicht sind da durchaus Zweifel angebracht.

Auf diesem Areal am Maria-Nindl-Platz im Prinz-Eugen-Park – die „Versetzung“ der drei großen Bäume wird geprüft – wird das KulturBürgerHaus gebaut. Wie das Gebäude aussehen soll – dazu gibt es lediglich eine Zeichnung, die Architektin Anne Beer im Dezember 2018 präsentiert hat.    Vorlage: Baureferat / Fotos: hgb

Rückblick II: Antwort des Baureferats im August 2019 auf Nachfrage von unser-bogenhausen.de zu einem Plan, zu einer Skizze oder zu einer Visualisierung: „Im Rahmen der Entwurfsplanung be­finden sich die Fassaden des Projekts noch in Bearbeitung. Eine aktuelle Visualisierung können wir Ihnen deshalb derzeit leider nicht zukommen lassen.“ Seltsam: Die Grundrisse für die Raumeintei­lungen indes existieren.

Nächster Versuch, Ende Mai 2021, Anfrage bei der Pressestelle des Baureferats: Wann in etwa erfolgt der Baubeginn, wie lange dauert der Bau, wann in etwa erfolgt die Inbetriebnahme, gibt es eine Visualisierung des Hauses? Antwort: „Wir haben die Nachfrage an das dafür zuständige, feder­füh­rende Kommunalreferat weitergeleitet.“ Ups! Das Kommunalreferat ist für die Entstehung, den Bau eines städ­ti­schen Gebäudes zuständig!? Nun denn.

Anfang Juni 2021, Antwort vom Kommunalreferat durch Andreas Sigl, Büro der Referatsleitung:

„Vorbehaltlich des Ergebnisses der noch ausstehenden Stadtratsbefassung ist der Baubeginn im Spätsommer 2022 vorgesehen; die Bauzeit beträgt nach derzeitiger Schätzung des Baureferats etwa 2,5 Jahre. Siehe dazu auch (zuletzt) den Beschluss der Vollversammlung im Oktober 2019 (13er Bürger- und Kulturtreff – Inbetriebnahme der integrierten Quartierseinrichtung, Sitzungs­vor­lage Nr. 14-20 / V 15574).“ Mit anderen Worten: Frühestens, wohlgemerkt frühestens, Anfang 2025, eher wohl Mitte 2025, kann das KBH eröffnet werden.

Und, kaum zu glauben: „Eine aktuelle Visualisierung zum Projekt 13er-Kultur- und Bürgertreff steht leider nicht zur Verfügung.“ Also: Baustart in etwa einem Jahr – meist beginnt der Spät­sommer mit dem Monat August. Aber man gibt jetzt vor, nicht zu wissen, wie das Haus einmal aus­schauen soll. Ob dieser Aussage aus dem Behörden-Büro werden Bürger, Lokalpolitiker und Pres­se schlicht und einfach für dumm verkauft. Oder anders formuliert: Sollte es tatsächlich – was wie erwähnt kaum möglich sein dürfte – keine Gebäudeskizzen geben: totales Versagen der Ver­ant­wortlichen!

Die Ruth-Drexel-Grundschule mit Aula, Dreifach-Turn- und benachbarter Schwimmhalle sowie das KulturBürgerHaus bilden das Zentrum des Wohnquartiers Prinz-Eugen-Park. Visualisierung / Montage: Stadt München / hgb

Rückblick III, August 2019: Für den Betrieb der so genannten „integrierten Einrichtung“ – die erste dieser Art in München, Nutzfläche von rund 2400 Quadratmeter – mit Alten- und Service-Zentrum (ASZ), Nachbarschaftstreff, Familienzen­trum und für Kulturveranstaltungen, also mit einer flexiblen Nut­zung der Räumlichkeiten, laufen die organisatorischen Vorbereitungen seitens des Sozial- und Kulturreferats. Laut einer Vorlage der Behörden für den Beschluss des Stadtrats „erfolgt die Inbe­triebnahme / Fertigstellung im Herbst 2022.“ Kommentar dazu von unser-bogenhausen.de vor knapp zwei Jahren: „Angesichts des Fakts, dass noch nicht einmal das Baufeld an der Ecke Eugen-Jochum- / Ruth-Drexel-Straße hergerichtet ist, wohl ein Unterfangen.“

Und heute: Noch keine Spur von einem Baufeld. Fehlt nur noch die Ausrede: Corona bedingte Ver­zögerungen!

Gleichwohl veranstaltet der KBH-Trägerverein e. V. – dem Vorstand gehören Salim Boutaieb-Grosch, Christine Kalkhof, Vincent Kraupner, Manuela Lehmann und Felizitas Mussenbrock-Strauß an – am Samstag, 31. Juli, 14 bis 21.30 Uhr (Pandemie bedingter Ausweichtermin Samstag, 18. September) ein Sommerfest im Café GeQo und in den umliegenden Räumlichkeiten.

 

 

Fabian EwaldKulturBürgerHaus: Wie sieht’s denn aus?