Bayer. Hausbau: Sanierung statt Abriss

07. juli 2021

Bayer. Hausbau: Sanierung statt Abriss

 

Der alte Verwaltungstrakt der Bayerischen Hausbau an der Denninger Straße 167 /169 wird nun doch nicht abgerissen, es werden – wohl auf absehbare Zeit – keine Wohngebäude, wie ur­sprünglich geplant, errichtet. Für den Komplex erfolgt vielmehr eine „Revitalisierung mit Innen­ausbau Bürogebäude“, wie aus einer Vorlage des Planungsreferats zur Anhörung des Bezirks­ausschusses hervorgeht.

Hausbau-Pressesprecherin Sabine Hagn erklärte auf Nachfrage von unser-bogenhausen.de: „Wir haben verschiedene Zukunftsszenarien für den Standort geprüft und auf dieser Basis die strategi­sche Entscheidung getroffen, die Immobilie mit ihren Büroflächen zu erhalten und zu sanieren. In diesem Zug wird auch die Aufteilung der Büroflächen neu konzipiert. Der Projektstart ist für den Spätsommer 2021 vorgesehen.“

Das Ganze hat eine lange Vorgeschichte: Im Sommer 2012 hatte der Konzern „Wohnen am Den­ninger Anger – 100 neue Wohnungen“ angekündigt – bezogen auf den gesamten Komplex aus den siebziger Jahren an der Ecke Denninger – / Vollmannstraße, Grundstücksgröße mehr als 8000 Qua­dratmeter. Im Juli 2015 hatte der Stadtratsausschuss für Planung dann den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Denninger – (nördlich), Vollmann- (westlich) und
Hofererweg (südlich) – für 120 Wohnungen gefasst. Das Konzept sah eine vier- bis fünfgeschossige Bebauung entlang der Denninger – und im Kreuzungsbereich zur Vollmannstraße einen Hochhaus vor.

Das einstige Verwaltungsgebäude der Bayerischen Hausbau an der Denninger Straße 167 /169 bleibt bestehen, wird ab Spätsommer saniert. Foto: hgb

Später wurde dann geprüft, ob mit dem zunächst für 2026 geplanten, inzwischen auf das Jahr 2030 verschobenen Abriss des 23 Stockwerke hohen Arabella-Hochhauses, in dem es mehr als 500 Mietwohnungen gibt, das Vorhaben realisiert wird und so Bewohnern des Towers Ersatzwohnungen angeboten werden können.

Gegen die Bauabsichten hatte die „Initiative contra Bebauungsplanänderung Nr. 3h“ unter Führung des Anliegers
Klaus Pflüger lange vehement wegen „Verkehr, Lärm, Parknot, Versiegelung, Domi­noeffekt und Überlastung der Infrastruktur“ protestiert. Pflüger freute sich nun im Kommunalparla­ment, dass die Gebäude saniert werden.

Weiterer Hintergrund: Nach einem halben Jahrhundert in Bogenhausen verlegt 2022 die Schörg­huber Unternehmensgruppe / Bayerische Hausbau / Hoteltochter Arabella Hospitality (Portfolio rund 2,9 Milliarden Euro, etwa 5300 Mitarbeiter) ihren Firmensitz aus dem Arabellapark ins West­end / Schwanthalerhöhe.

Offene Preisfrage: Was wird dann aus der jetzigen, modernen Zentrale an der Denninger Straße, die 2012 an die Real I.S. veräußert worden ist?

Fabian EwaldBayer. Hausbau: Sanierung statt Abriss