Unglaubliche 34,4 Grad und 32 Prozent Luftfeuchtigkeit wurden im Innenraum derPavillonanlage in der Grundschule (GS) Knappertsbuschstraße, Außenstelle Ruth-Drexel-Straße Im Prinz-Eugen-Park, während (!) des Schulbetriebs im Juni gemessen. Die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss forderte jetzt per Dringlichkeitsantrag die Sicherstellung eines hitzetauglichen Betriebs. Nun ist das Referat für Bildung und Sport (RBS) gefordert. Ob umgehend Maßnahmen eingeleitet werden – fraglich? In der Vorlage des Vorstoßes (Auszüge; bearbeitet) heißt es:
► Das Referat wird aufgefordert, unverzüglich darzulegen, aus welchen Gründen die bereits beschlossene Baumaßnahme zur Verschattung des Pavillons eingestellt wurde und in welchem zeitlichen Rahmen eine Fortführung bzw. Neuvergabe realistisch erfolgen kann.
► Die Stadt wird gebeten, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Maßnahme mit höchster Priorität noch vor Ende der Sommerperiode umzusetzen. Sollte dies vergaberechtlich nicht möglich sein, ist eine Interimslösung (wie temporäre Verschattungssysteme) bereitzustellen.
► Bis zur baulichen Umsetzung sind verbindliche Sofortmaßnahmen zur Sicherstellung eines gesundheitlich unbedenklichen Betriebs vorzulegen, insbesondere der Einsatz geeigneter Kühlgeräte, organisatorische Hitzeschutzkonzepte, klare Zuständigkeiten für Lüftungsmaßnahmen (ohne unzumutbare Belastung der Elternschaft).
► Es ist zu prüfen und zu berichten, ob und in welchem Umfang der bauliche Zustand bzw. das Alter des Pavillons die Maßnahme beeinträchtigt und welche dauerhaften Alternativen (Sanierung, Ersatzbau) erforderlich sind.
In der Begründung des Antrags heißt es: Aufgrund erheblicher Hitzeentwicklung im Pavillon kam es wiederholt zu Beschwerden des Elternbeirats. Der Stadtrat hat daraufhin bereits Mittel für eine Verschattungsmaßnahme bereitgestellt. Nach einem krankheitsbedingten Ausfall im ausführenden Unternehmen wurde die Maßnahme jedoch gestoppt; eine Neuvergabe steht offenbar im Raum.
Die aktuelle Situation ist nicht länger tragbar: Die Temperaturen werden inzwischen digital erfasst, gleichzeitig sind Eltern gezwungen, durch frühmorgendliches und nächtliches Lüften sowie durch Improvisationsmaßnahmen zur Entlastung beizutragen. Dieses Engagement ist ausdrücklich anzuerkennen, kann jedoch kein dauerhafter Zustand sein.
Die an verschiedenen Orten im Gebäude gemessenen Temperaturen erreichen tagsüber regelmäßig mehr 30Grad. Kinder leiden darunter besonders stark, da ihr Körper Hitze schlechter regulieren kann als dies bei Erwachsenen der Fall ist.
In einer Stellungnahme des Bayerischen Elternverbands stellt der Vorsitzende Martin Löwe klar: „Viele Schulen sind auf extreme Temperaturen unzureichend vorbereitet. Während andere Bereiche des öffentlichen Lebens längst reagieren, bleibt der schulische Alltag vielerorts unverändert –mit gravierenden Folgen für Gesundheit, Lernfähigkeit und Chancengleichheit. Die Folgen reichen von Konzentrationsverlust, Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen bis hin zu akuten Notfällen wie Hitzschlag.“
Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden ist daher ein verlässlicher baulicher Hitzeschutz zwingend erforderlich. Eine weitere Verzögerung – insbesondere bis in den Herbst – würde die Situation unnötig verschärfen und das Vertrauen in die Umsetzungsfähigkeit bereits beschlossener Maßnahmen beeinträchtigen.
Zudem besteht die Sorge, dass die Maßnahme aufgrund des Alters des Pavillons insgesamt infrage gestellt wird. Gerade deshalb sind eine transparente Bewertung und eine klare Perspektive für die Betroffenen dringend notwendig.

