Antrag bei der Bürgerversammlung im vergangenenOktober: „Der Bezirksausschuss möge sich gegenüber der Stadt dafür einsetzen, dass bei allen weiteren Schritten zur Entwicklung eines mögliche Olympischen Dorfs von Anfang an verbindlich sichergestellt wird, dass ► die spätere Nachnutzung ausschließlich für bezahlbaren Wohnraum vorgesehen wird, ► dauerhaft sozial gebundene Wohnungen entstehen, ► keine Veräußerung von Flächen an renditeorientierte Investoren erfolgt, sondern die Stadt oder gemeinwohlorientierte Träger die Entwicklung übernehmen ► die notwendige soziale und infrastrukturelle Ausstattung – Supermarkt, Kita, Schule, ärztliche Versorgung und eine gute ÖPNV-Anbindung – mitgeplant und rechtzeitig umgesetzt wird. Die Hintergründe:
Der Stadtrat hatte am 28. Mai 2025 beschlossen, dass sich München um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Bei einemBürgerentscheid haben sich die Münchner mehrheitlich für eine Bewerbung ausgesprochen.
Das Olympische / Paralympische Dorf ist im Bereich der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Nordosten im Raum Daglfing vorgesehen. Die Entwicklung des Gebiets bleibt laut Planungsreferat dabei, „unabhängig in welcher Form sie erfolgen wird, ein zentrales strategisches Ziel der Stadt. Das geplante Olympische Dorf kann in jedem Fall als Impulsgeber und Katalysator für eine zukunftsorientierte Gesamtentwicklung dienen.“
Die Behörde in einer Stellungnahme (Auszüge; bearbeitet): „Die verschiedenen (Förder-) Programme tragen zur >Münchner Mischung< bei, zu einem vielfältigen Wohnungsangebot in allen Quartieren. Da die Herstellung von geförderten Wohnungen abhängig von der Fördermittelverfügbarkeit ist, können jetzt keine verbindlichen Aussagen zu den Anteilen des bezahlbaren Wohnraums gemacht werden. Die Fortschreibungen des wohnungspolitischen Handlungsprogramms haben jedoch das Ziel, auch zukünftig sozial durchmischte Neubauquartiere sicherzustellen.
Bezüglich des dauerhaft bezahlbaren Wohnraums führt die Stadt vorbereitende Untersuchungen für eine SEMdurch. Die Schaffung dauerhaft bezahlbaren Wohnraums ist in diesem Zusammenhang vordringliches Entwicklungsziel. München ist zudem bemüht, eine Gebietsentwicklung gemeinsam mit den Grundstückseigentümern auf vertraglicher Grundlage zu erreichen – soweit möglich. Gemäß Beschluss des Stadtrats soll der Nordosten klimaneutral und ökologisch, auto- und lärmarm sowie lebendig, sozial und gesund sein.“
Robert Brannekämper, Landtagsabgeordneter und CSU-Fraktionssprecher, erklärte bei der Erörtrung im Untergremium Planung des Bezirksausschusses: „Die Vorlage hat ein paar Formulierungen, die durchaus gut klingen. Es sind aber keine echten Zahlen enthalten. Wie wo wann – fast alles bleibt offen. Das Dorf-Projekt muss man von der SEM abtrennen und mit den Eigentümern der Grundstücke reden, denn es braucht Rechtssicherheit. Kurzum: Ich habe mir klar mehr Klarheit gewünscht.“
Christiane Hacker von der SPD meinte: „Es ist völlig unklar, was kommt. Wir als Bezirksausschuss können den Antrag auf jeden Fall nicht beantworten: Die Antwort obliegt dem Planungsreferat.“
Samuel Moser, Vorsitzender des Kommunalparlaments, forderte vom Referat „zeitnahe Einsicht in die konkreten Pläne. Denn: „Grundsätzlich sei die Antwort des Referats unsubstantiiert und deshalb nicht aussagekräftig.“

