Mehr Lebensqualität in Daglfing und Anschluss an das Kultur- und Sozialleben in Bogenhausen – das forderte unlängst ein Bürger mit mehreren Anträgen im Bezirksausschuss. Denn: „Ich wohne seit 2004 in Daglfing und stelle fest, dass sich der Stadtteil negativ entwickelt. Über die ausufernde Zukunftsplanung wird vergessen, dass die Interessen der aktuellen Bewohner überwiegend in einer lebenswerten Gegenwart liegen. Daglfing braucht nicht immer neue und womöglich unrealistische Entwürfe für eine ferne Zukunft, Stichwort Olympisches Dorf.
Weiter schreibt der Mann: „Seit Jahren hat sich in Daglfing nichts mehr weiter-, sondern vieles zurückentwickelt. Daglfing verwahrlost in Teilen, die sozialen Beziehungen unter den Bewohnern verarmen mangels sozialer Treffpunkte. Die beliebte >Daglfinger Post< und das „>James< (zuletzt >Tantra<) sind beide langfristig und möglicherweise endgültig geschlossen, der Flohmarkt auf dem Trabrennbahn-Gelände ist stark geschrumpft und hat Qualität und Flair eingebüßt.
Obwohl seit 2016 in und um Daglfing mehrere Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete errichtet wurden, gab es nach meiner Wahrnehmung keinerlei Investitionen in die Nachbarschaft. Auch die Angebote der Neuen Ziegelei, des lang herbeigesehnten Kulturzentrums für den 95000-Einwohner-Stadtbezirk, sowie der Stadtbibliothek und der Volkshochschule werden in Daglfing nicht sichtbar kommuniziert. Die Existenz der Neuen Ziegelei ist vielen gar nicht bekannt. Während es im Umfeld des Prinz-Eugen-Parks zusätzlich zur ohnehin dichten Infrastruktur mehrere öffentliche Bücherschränke gibt, scheiterte mein Projekt >KulturOaseDaglfing< seinerzeit an zahlreichen Hürden und einem Mangel an substanzieller Unterstützung durch die Stadt.“ Auszüge der Anträge:
► An der Burgauerstraße, im Umfeld des Edeka-Markts, soll ein größerer Schaukasten aufgestellt werden, der das Programm des Bürger- und Kulturzentrums Neue Ziegelei und anderer soziokultureller Angebote in Bogenhausen kommuniziert, so dass sich auch die Menschen in Daglfing informiert und eingeladen fühlen. Der kleine Kasten an der Rennbahnstraße, wo bisher die Tagesordnung der Bezirksausschuss-Sitzungen in viel zu kleiner Schrift aushängen, reicht nicht aus.
►Im Bereich des Spielplatzes am Hachinger Bach werden ein oder zwei Tischtennisplatten und eventuell wetterfeste Trainingsgeräte aufgestellt, so dass auch Jugendliche und Erwachsene ein attraktives Bewegungsangebot vorfinden. • Der Beschluss der Lokalpolitiker: Zustimmung.
► An geeigneten, attraktiven Stellen in Daglfing werden Sitzbänke aufgestellt, auf denen sich Menschen ausruhen und mit anderen Anwohnern ins Gespräch kommen können. Ich knüpfe hier an meine frühere Idee einer kleinflächigen „KulturOase“ mit zwei Sitzbänken, öffentlichem Bücherschrank, Info-Kasten, Schachplatz oder Boulebahn im Bereich der Wiese zwischen Reiterhöfen und Edeka an. Begründung: Daglfing ist ein alternder Stadtteil. Gerade Senioren mit eingeschränkter Mobilität vereinsamen, finden auf ihren Spaziergängen wenige Sitz- und Kontaktmöglichkeiten, was ihren Radius und ihre Lebensqualität einschränkt. Auch jüngere Menschen würden profitieren. • Der Beschluss der Lokalpolitiker: Bis auf weiteres werden durch die Stadt keine zusätzlichen Sitzbänke mehr aufgestellt wegen entstehender Unterhaltungskosten.
► In Daglfing existieren keine Ladestationen für E-Autos. Um umweltfreundliche E-Mobilität der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, bitte ich darum, an möglichst zentraler Stelle mehrere Lademöglichkeiten zu schaffen.
► Die umzäunten Ausgleichsflächen neben dem Obi-Markt und neben dem Edeka werden im bodennahen Bereich geöffnet, so dass Igel und Feldhasen dort Zuflucht finden können. Begründung: Das Überleben dieser geschützten Tiere ist durch die intensive Bebauung von Gärten und das Schrumpfen offener Freiflächen in Daglfing bedroht. Eine ökologische Ausgleichsfläche sollte keine Wildtiere ausschließen. • Der Beschluss der Lokalpolitiker: Ablehnung, Privatgrund.

