Insterburger Straße: Glaswand statt Zaun?

16. Januar 2020

Wer entlang der Ostpreußenstraße wohnt, der muss tagaus, tagein Autolärm und Emissionen ertra­gen. So ergeht’s auch den Bewohnern eines neuen, zweistöckigen Hauses an der Ecke Insterbur­ger Straße mit den Hausnummern 2, 2a und 2b. Die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) stellte daher bei der Stadt einen Antrag auf „Abweichung / Befreiung der Einfriedung zur Errichtung eines Glasschallschutzes.“ Die Behörden lehnten das (außergewöhnliche) Ansinnen ab. Doch es gibt noch eine Chance.

Ostpreußen- Ecke Insterburger Straße: Büsche hinter dem Drahtzaun schützen die Anwohner kaum vor Lärm und Feinstaub. Foto: ikb

Die Vorgehensweise des WEG-Vertreters war verkehrt. Er hätte sich zuerst an den Bezirksaus­schuss wenden sollen, der dann den Wunsch behandelt und an die Stadt mit seinem Statement weitergeleitet hätte. Gleichwohl befasste sich das Kommunalparlament mit der Angelegenheit. Nun soll’s Robert Brannekämper, CSU-Landtagsabgeordneter und Vize-Vorsitzender des Bezirksaus­schusses in Funktion als Chef des Planungsgremiums richten und laut Beschluss „das Thema im Rahmen des nächsten regulären Besprechungstermins mit dem Planungsreferat / der Lokalbau­kommission (LBK) erörtern.“

Ob’s was wird, das wird sich zeigen. Denn die Eigentümer wollen statt des vorhandenen Draht­zauns eine zwei Meter hohe Glaswand installieren lassen – 50 Zentimeter höher als eine wie auch immer geartete Einfriedung. So soll vor allem der Schall – laut Angaben passieren rund 14 000 Fahrzeuge pro Tag die Ostpreußenstraße – absorbiert und abgeleitet werden. Doch dazu ist eben eine Ausnahmegenehmigung notwendig.

Die WEG argumentierte: „Anders als bei Objekten in der näheren Umgebung mit geschlossenen Einfriedungen durch über zwei Meter hohe Mauern und Holzzäune ohne Abstände – vor Gebäuden in öffentlicher als auch privater Hand – ist ein Schall- / Sichtschutz aus Glas die natürlichste und einzige Möglichkeit, das Erscheinungsbild nicht zu verändern und somit das Orts- und Straßenbild zu bewahren.“ Wie erwähnt: man wird sehen.

Die Vorstellung der Bewohner des Trakts Insterburger Straße 2, 2a und 2b: eine zwei Meter hohe Glaswand als Schallschutz. Plan: Antragsteller

Fabian EwaldInsterburger Straße: Glaswand statt Zaun?