Zweites MünchenStift: „Das ist utopisch!“

19. Oktober

 

13 Seniorenhäuser der MünchenStift – eine gemeinnützige, hundertprozentige Tochterge­sell­­schaft der Stadt – gibt es in den 25 Münchner Bezirken. Eines davon in Bogenhausen an der Effner­stra­ße 76, eröffnet im Juli 2012. Jetzt fordert die Grünen-Fraktion im Bezirksauschuss einen „weiteren Standort“ für ein Alten- und Pflegeheim: Es gibt Bedarf an Plätzen die Versorgung muss optimiert werden. Die Lokalpolitiker stimmten alle zu – man muss es ja mal versuchen.

Nicht nur angesichts der Corona bedingten städtischen Einsparungen über mehr als 400 Millionen Euro im kommenden Haushalt, erklärte CSU-Vertreterin Brigitte Stengel im Untergremium Kultur, Soziales und Vereine: Das ist utopisch.“ Sie erinnerte an den einstigen, jahrelangen und heftigen Kampf, ja Auf­stand mit Demonstrationszug, Lichterkette und Unterschriftslisten, für ein neues Ge­bäude, nachdem das marode Haus an der Effner­stra­­ße Mitte 2005 geräumt und folgend abgerissen werden musste. Zuvor hatte der Stadtrat eingelenkt und einen Neubau beschlossen. Stengel zitierte die seinerzeitige Aussage eines Referatsvertreters: „Bogenhausen braucht kein Pflegeheim.

In der von Petra Cockrell, Gunda Krauss und Angelika Pilz-Strasser gezeichneten Initiative heißt es: „Der Bezirksausschuss fordert das Sozialreferat zusammen mit der MünchenStift GmbH auf, den Bau einer zusätzlichen vollstationären Pflegeeinrichtung analog zum Haus Effnerstraße in Bo­gen­hau­sen zu prüfen.

Eine zweites Haus der MünchenStift analog zum Senioren- und Pflegeeinrichtung an der Effnerstraße fordert der Bezirksausschuss auf Antrag der Grünen. Foto: hgb

In der Antragsbegründung wird ausgeführt: „Der Bedarf an vollstationären Pflegeplätzen steigt wie­ter. Laut Pflegebedarfsermittlung 2016 waren in Bogenhausen vor vier Jahren bereits 54 Pflegeplät­ze als zu wenig vorhanden prognostiziert. Darüber hinaus wird der Neubau des Altenheims der Israeli­tischen Kultusgemeinde (IKG; Anm. d. Red: im Prinz-Eugen-Park) wenig bis keine zusätzlich ver­füg­ba­ren Plätze im Stadtbezirk bringen, da es sich um den Umzug einer bestehenden Einrich­tung mit einer langen Warteliste handelt.“ Gleichwohl hatte die IKG schon vor langem erklärt, dass die Einrichtung für alle Senioren offen steht.

Und weiter in der Begründung: „Mit 17 848 Senioren (65 plus) stellt  Bogenhausen zwar nach Ramers­dorf-Perlach (sie­ben vollstationäre Einrichtungen) und Thalkirchen (acht vollstationäre Ein­richtungen) den dritthöchs­ten Anteil dieser Bevölkerungsgruppe im Stadtgebiet, verfügt jedoch nur über eine einzige voll­sta­tionäre Pflegeeinrichtung. Der Bau neuer Einrichtungen ist erschwert durch den Mangel an Pfle­geplätzen. Dies ist ein Problem, das sämtliche Träger betrifft – was aber kein Grund sein darf, vom Ausbau der städtischen vollstationären Pflegekapazitäten abzusehen. Die MünchenStift hatte in 2013 noch 2172 Pflegeplätze, seit 2015 konstant 2088.“

Auf Nachfrage, wo denn solch ein Gebäude gebaut werden soll beziehungsweise könnte, erklärte Krauss, ja man muss schon feststellen, fast naiv: „Den Standort soll die Stadt suchen.

Fabian EwaldZweites MünchenStift: „Das ist utopisch!“