Friedensengel: „Reliefs in gutem Zustand“

13. Februar 2021

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„An allen Häuptern hat der Zahn der Zeit enorm genagt. Zu allem Unglück hat die Witterung dem König Ludwig II. am stärksten zugesetzt. Wüsste man nicht, wen das Relief darstellen soll, würde man die Person nicht erkennen.“ Mit diesen Ausführungen hatte sich ein Bürger an den Bezirksaus­schuss gewandt und die „Erneuerung der Säulenreliefs am Frie­densengel verlangt. Das An­sin­nen wurde an die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen weiterge­lei­tet. Da der Friedensengel sich aber im Eigentum der Stadt befindet ist für den Unterhalt das Bau­referat zuständig. Die Antwort: „Von einem desolaten Zustand kann nicht die Rede sein.

 

Erläuternd heißt es in dem Schreiben:

„Der Friedensengel mit dem vergoldetem Bronzeengel wur­de von Heinrich Düll, Georg Pezold und Max Heilmaier von 1896 bis 1899 oberhalb der Prinz­re­gent-Luit­pold-Terrasse errichtet. Der Friedensengel ist als Einzeldenkmal in die Bayerische Denk­malliste eingetragen. Zum hundertjährigen Jubiläum 1999 wurde der Friedensengel renoviert und vergoldet. Alle anderen Bauteile und Figuren wurden ebenfalls gereinigt, ausgebessert und konser­viert. Der Zustand der Portraitmedaillons hat sich seitdem nicht merklich verändert.“

 

Und weiter: Die Porträtmedaillons und andere Natursteinoberflächen des Denkmals befinden sich in einem dem Abwitterungsprozess entsprechenden guten Zustand. Von einem desolaten Zu­stand kann nicht die Rede sein. Das Baureferat hat sich an das Bayerische Landesamt für Denk­mal­pflege für eine Stellungnahme gewandt, wie der Zustand und der Umgang mit den Porträtme­dail­lons am Friedensengel aus denkmalpflegerischer Sicht zu sehen ist.

Der Friedensengel – das Wahrzeichen von Bogenhausen. Ein Bürger beklagt: An den Reliefs habe der Zahn der Zeit genagt, vor allem König Ludwig II. (kl. Bild oben) sei kaum mehr zu erkennen. Der Mann fordert eine „Erneuerung“, die Stadt lehnt das ab.     Fotos: hgb

Die Bewertung des Landesamts:

  • Eine isolierte Betrachtung der Westseite ist nicht sinnvoll. Für eventuelle Wartungs-, Pflege- und Konservierungsmaßnahmen sind alle baulichen Bestandteile gleichrangig von Bedeutung.
  • Ein Nacharbeiten, Ergänzen und Erneuern der Reliefs mit dem schlichten Ziel, die Lesbarkeit der Bildfelder zu erhöhen, wird als nicht sinnvoll und Ziel führend erachtet. Zudem würde dadurch nicht sachgerecht in die Originalsubstanz eingegriffen und diese weiter reduziert.
  • Primäres Ziel ist die Erhaltung des Originals mit allen Zeit- und Veränderungsspuren.

 

Fazit: Eine Erneuerung oder Rekonstruktion der Säulenreliefs am Friedensengel kann gemäß Emp­fehlung der Denkmalpflege nicht weiter verfolgt werden.

 

Fabian EwaldFriedensengel: „Reliefs in gutem Zustand“