Cosimabad: Warten auf die Wellen

06.07.2015

Blickt man vom Hubschrauberlandeplatz-Hügel des Klinikums durch die Büsche oder von der Engl­schalkinger Straße auf das Cosimabad, so sieht man derzeit nur mehr ein Skelett. Seit zwölf Monaten wird das Bad von Grund auf saniert. Wasserratten müssen sich noch einige Zeit gedulden, ehe sie sich wieder in die Fluten stürzen können: Im zweiten Halbjahr 2016 soll’s soweit sein.

Am einzigen Wellenbad in München – 1980 eröffnet, die Baukosten des von Architekt Peter Seifert entworfenen Projekts betrugen seinerzeit rund 16 Millionen Mark – hat der Zahn der Zeit kräftig genagt. Und auch die Technik ist in die Jahre gekommen.

Die feuchte Luft in der Schwimmhalle hat den vielen Verbindungsteilen extrem stark zugesetzt. Die hölzerne Dachkonstruktion ist größtenteils abgetragen, wird komplett erneuert und durch einen Stahlaufbau ersetzt.

Das Hallenbad ist rundum, auch im Eingangsbereich, eine einzige Baustelle.

Das Hallenbad ist rundum, auch im Eingangsbereich, eine einzige Baustelle.

Auch an den Fassaden wird das Holz entfernt. Am Gebäude werden Stahlrahmen für eine neue Glasfassade installiert. Die Arbeiten laufen unter Hochdruck, sogar Samstags!

In dem Erlebnisbad wird auch neues Becken gebaut. Vor allem die bis zu 80 Zentimeter hohen Wellen sorgten und werden auch künftig wieder alle 30 Minuten für Strandfeeling sorgen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich dann wieder genüsslich in die Brandung stürzen.

Die sieben Minuten anhaltenden Wellen – angekündigt mit drei Gongschlägen – werden künftig durch ein multifunktionales Becken rollen, das zum Beispiel für Schwimmkurse durch eine Hubwand geteilt werden kann. Die Wellen sind schlechthin die Attraktion des Hallenbads, das auch ein Außenbecken mit angrenzenden, leicht am Hang zum Krankenhaus hin gelegenen Liegewiesen hat. Rund 250 000 Gäste pro Jahr belegen die Attraktion des Wellenbads.

Im Badebereich wird es auch Verbesserungen beim Kinderbecken und für Behinderte geben. Zudem wird die gesamte Haustechnik auf Vordermann gebracht. All das kostet natürlich viel Geld, viele Millionen Euro, sicherlich zweistellig. Wie viel aber genau, das wird sich erst noch zeigen.

Zu den Aufwendungen befragt, erklärte Christian Miehling, Pressesprecher der Stadtwerke München: „Zu den Kosten können wir noch nichts sagen, da die Arbeiten noch laufen und man bei Sanierungen im Bestand nie vor unerwarteten Herausforderungen gefeit ist.“

Alexander MihatschCosimabad: Warten auf die Wellen