Gymnasien: Aktionsplan gefordert

„Aktionsplan >Gymnasiale Versorgung Bogenhausen für den Zeitraum bis 2025<. Dringlichkeitsan­trag.“ So lautet ein Verstoß der CSU-Fraktion im Bezirksausschuss, den die Mitglieder des Stadtteil­gremiums jetzt verabschiedet haben. Und zwar mit 24 gegen die zehn Stimmen der SPD.

Ergänzt worden war der Antrag auf Anregung von Angelika Pilz-Strasser (Grüne), Vorsitzende des Kommunalparlaments, und von Peter Reinhardt (CSU), um zwei Sätze: „Umgehende Vorlage an den Stadtrat für dessen Tagung am Donnerstag, 18. Februar“ und „Der Bezirksausschuss hat höchste Bedenken, dass die Sanierung des Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium (WHG) wieder ver­schoben wird.“

Grundlegend gefordert wird für die „Ausarbeitung eines konkreten Aktionsplans bis 2025 ein umge­hendes Gespräch mit den betroffenen Referaten.“ Die Behörden sollen dabei drei Punkte erläutern.

Erstens: Welche baulichen Maßnahmen bis wann für das WHG geplant sind und wie sich die hohen Kosten (40 Millionen Euro) erklären. Zweitens: Welche Standorte für den Schulneubau in Frage kommen. Drittens: Wie die steigende Zahl an Gymnasiasten in den kommenden Jahren konkret im Stadtbezirk untergebracht werden soll.

In der Begründung des von Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller und Petra Cockrell gezeichneten Papiers heißt es: „Das WHG muss seit Jahren dringend saniert werden, stößt bereits jetzt mit über 1200 Schülern an seine absolute Kapazitätsgrenze. Eine Schule dieser Größe in Pavillons auszula­gern ist schulisch wie kostenmäßig nicht zu verantworten. Wie bereits bekannt werden durch Ver­dichtung sowie das Neubaugebiet Prinz Eugen in den kommenden zwei bis vier Jahren circa 2500 weitere Wohnungen im Einzugsgebiet des WHG gebaut. Wir (und das WHG!) brauchen Planungs­sicherheit, wie die Kinder künftig angemessen gymnasial beschult werden.

Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium (WHG) mit Anbau (li.) an der Elektrastraße im Arabellapark: Weit mehr als 1200 Jugendliche besuchen die Schule, die aus allen Nähten platzt, die grundlegend saniert und der Unterricht dazu in Container ausgelagert werden muss. Doch auf dem Markt gibt es keine Pavillons mehr. Die Lokalpolitiker wollen von der Stadt wissen, wie’s weiter geht.

Das Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium (WHG) mit Anbau (li.) an der Elektrastraße im Arabellapark: Weit mehr als 1200 Jugendliche besuchen die Schule, die aus allen Nähten platzt, die grundlegend saniert und der Unterricht dazu in Container ausgelagert werden muss. Doch auf dem Markt gibt es keine Pavillons mehr. Die Lokalpolitiker wollen von der Stadt wissen, wie’s weiter geht.

Weiter wird angeführt: Die neuen Schulstandorte Riem und Unterföhring sind keine Option. Für Bogenhausen mit mehr als 80 000 Einwohnern muss gewährleistet sein, dass Kinder wohnortnah ein Gymnasium besuchen können – und zwar ohne unverhältnismäßig lange Schulwege in Kauf nehmen zu müssen.

Da es nicht mehr allein mit der WHG-Sanierung getan ist, sondern wir Klarheit über eine adäquate Erweiterung der offensichtlich benötigten Zahl an Schulplätzen brauchen, ist ein solcher Aktionsplan zwingend erforderlich.

„Gegen die Dringlichkeit habe ich erhebliche Bedenken. Zeitplan bis 2025 – wieso soll der dringlich sein? Das verblüfft mich schon sehr. Wir sollten die Spielchen mit den Dringlichkeitsanträgen las­sen“, erklärte SPD-Vize-Fraktionssprecher Wolfgang Helbig.

Indes votierte die Mehrheit der Lokal­politiker für die sofortige Erörterung. Und: Eine von Angela Brändle (SPD) angeregte Vertagung fand nicht einmal in ihren eigenen Reihen Unterstützung.

Initiatorin Cockrell stellte klar: „Die 280-seitige Vorlage zu den Münchner Schulplänen ist veraltet. Hinter den Kulissen laufen bereits andere Dinge. Das Problem sind die Pavillons – es gibt nämlich keine Pavillons mehr. Der Markt ist ausverkauft. Wenn nichts geschieht, müssen unsere Kinder nach Ismaning aufs Gymnasium gehen.“ In der Tat: Nicht einmal mehr die (einfacheren) Pavillons zur Unterbringung von Asylsuchenden sind verfügbar.

Robert Brannekämper, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksausschusses und CSU-Landtags­abgeordneter stellte klar: „Es geht um die Botschaft an den Stadtrat, der am 18. Februar tagt, dass es nicht rund läuft. Seit zehn Jahren geistert doch am WHG das Thema Sanierung herum. Die Leu­te hatten schon mal die Kisten gepackt und mussten sie kurz danach wieder auspacken. Ich mache bei diesem Verschiebebahnhof nicht mehr mit. Wir müssen handeln, das sind wir den Eltern und den Kinder schuldig.“

Alexander MihatschGymnasien: Aktionsplan gefordert