Cosimawiese: Kontra Container-Anlage

Die geplante Container-Anlage – eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge laut Sozialreferat „mit maximal 160 Bettplätzen“ – auf der Cosimawiese, dem Areal vor dem Hallenbad an der Ecke Englschalkinger-/Cosimastraße, lehnen die Mitglieder des Bezirksausschusses einstimmig ab.

„Der Standort – von den Lokalpolitikern wohl wegen des im Dezember dort stattgefundenen Weih­nachtszauberwalds neuerdings als „Festivalplatz“ bezeichnet – ist völlig ungeeignet. Seit Jahren fordern wir für diesen Platz eine Gestaltung, eine Grünplanung, um ihn schöner, ihn für die Bürger verfügbar zu machen“, kommentierte Angelika Pilz-Strasser (Grüne), Vorsitzende des Kommunal­parlaments, den Beschluss.

Laut Angaben von Pilz-Strasser im Stadtteilgremium hat die Behörde die Entscheidung zu den zwei Blech-Bocks vorläufig zurückgestellt, „wenn von uns ein Ersatzstandort genannt wird.“ Die Alternative ist nach einhelligem Votum der Ortspolitiker ein Grundstück an der Riemer Straße 200. Dort will der Eigentümer des Daglfinger Blumenhofs mit Unterstützung der CSU-Fraktion laut Protokoll „einen Neubau einer Gemeinschaftsunterkunft für soziale Zwecke zur vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen“ errichten. Vorgesehen sind rund 230 Plätze.

Im Untergremium Planung hatte der Architekt des Investors die Planungen dazu vorgestellt. Der Bezirksausschuss bittet nun die Lokalbaukommission (LBK) den Standort „ernsthaft zu prüfen“. Und: Ein weiterer Standort wird „vom Bezirksausschuss erst benannt, wenn der Standortvorschlag Riemer Straße 200 mangels Genehmigungsfähigkeit abgelehnt ist.“ Damit war die SPD-Fraktion aber nicht einverstanden, schlug für diesen Fall schon jetzt ein Grundstück an der Fideliostraße vor.

Die Fläche mit der Baumbrunnen-Skulptur vor dem Jugendtreff Cosi (im Hintergrund) wollen die Lokalpolitiker zu einer gepflegten Grünanlage aufgewertet haben, lehnen unisono Container zur Flüchtlingsunterbringung ab.

Die Fläche mit der Baumbrunnen-Skulptur vor dem Jugendtreff Cosi (im Hintergrund) wollen die Lokalpolitiker zu einer gepflegten Grünanlage aufgewertet haben, lehnen unisono Container zur Flüchtlingsunterbringung ab.

Zur Alternative Riemer Straße für die Cosimawiese drehte sich die SPD vor dem einstimmigen Beschluss pro Riemer Straße quasi im Kreis.

Ihre Sprecherin Karin Vetterle findet diesen Ort „auf den ersten Blick ganz schön. Aber müssen Flüchtlinge unbedingt neben der Autobahn platziert werden?

Ich weiß, es ist eine fünf Meter hohe Lärmschutzwand geplant, der dritte Stock des Gebäudes wird aber acht bis neun Meter hoch, man schaut auf eine Wand.“

Den Einwand von CSU-Fraktionssprecher Xaver Finkenzeller, „dass es in der Nähe der Riemer Straße 200 ein Vier-Sterne-Hotel gibt“ und die Lage deshalb „auch für Flüchtlinge geeignet ist“, ignorierte die SPD-Frontfrau.

Die Alternative zur Alternative (Riemer Straße, eben im Fall der Ablehnung durch das Referat) der Sozialdemokraten: ein städtisches Grundstück „an der Fideliostraße, Flurnummer 816, Gemarkung Daglfing“. Die genaue Adresse konnte Vetterle nicht nennen.

Sie wusste aber: „Dort hat es in den neunziger Jahren bereits eine Flüchtlingsunterkunft gegeben, die Umgebung ist gut erschlossen, die S-Bahn ist in der Nähe. Wir müssen Flüchtlinge dort unterbringen, wo es Sinn macht.

Auf der Cosimawiese, dem Areal an der Ecke Englschalkinger-/Cosimastraße (rot umrandet) plant das Sozialreferat eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, zwei Containerblocks (rote Recht-ecke). „mit maximal 160 Bettplätzen“ einzurichten.    Luftbild: Stadt München/Bearbeitung: Blessing

Auf der Cosimawiese, dem Areal an der Ecke Englschalkinger-/Cosimastraße (rot umrandet) plant das Sozialreferat eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, zwei Containerblocks (rote Recht-ecke). „mit maximal 160 Bettplätzen“ einzurichten. Luftbild: Stadt München/Bearbeitung: Blessing

Finkenzeller und Pilz-Strasser monierten: Auf dem Grundstück an der Fideliostraße ist eine Drei­fachsporthalle vorgesehen.

„Deshalb lehnen wir diesen Platz ab“, erklärte der CSU-Mann. Vetterle räumte ein, dass der Sportvorbehalt bekannt ist.

Indes meinte sie: „In den kommenden fünf bis acht Jahren wird da doch nichts gebaut.“

Robert Brannekämper, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksausschusses und CSU-Landtagsabgeordneter, plädierte vehement für den Standort Riemer Straße, für die Holzbauweise des Gebäudes, das „in vier Monaten fertig sein kann.“

Schließendlich wurde der SPD-Vorschlag „Alternative Fideliostraße prüfen, wenn der Standort Riemer Straße nicht realisiert wird“ in einer überraschenden Konstellation mit 18 Stimmen von CSU (14), FDP (2) und DaCG/ÖDP (2) gegen die 16 Stimmen von SPD und Grüne abgelehnt.

Alexander MihatschCosimawiese: Kontra Container-Anlage