Parkstadt: Das Viertel der Aktionäre

Überraschend, ja fast unglaublich ist das Ergebnis einer Bank-Studie: In der Parkstadt Bogenhau­sen wohnen die meisten Aktienbesitzer aller Viertel im 13. Stadtbezirk. 22,3 Prozent der dort leben­den Bürger besitzen Anteilsscheine an Unternehmen – Platz zehn unter sämtlichen Stadtquartieren in der Landeshauptstadt. Darüber hinaus hat jeder zweite „Parkstädter“ „Interesse an Aktien“.

München ist nicht nur die heimliche Hauptstadt Deutschlands, München ist mit sieben Konzernen Sitz der meisten im Deutschen Aktienindex (DAX) vertretenen Unternehmen, ist schlechthin die Aktionärshochburg Nummer eins. Fast jeder zweite Bürger, 17,8 Prozent, besitzt Aktien. Bundes­weit sind es gerade einmal neun Prozent im Durchschnitt, also fast 50 Prozent weniger im Verhält­nis zur bayerischen Metropole. Zum besseren Vergleich: In der Banken-City Frankfurt beträgt der Wert lediglich 11,8 Prozent, in Berlin sind’s gar nur 8,3 Prozent. Logisch, dass in Münchner Vierteln auch die meiste Aktionäre zu Hause sind.

Die Vergleichsanalyse stammt von der Comdirect Bank, die aus Daten der Gesellschaft für Kon­sumforschung (GfK) und des Marketinginstituts Acxion den „Deutschland-Atlas Anlageverhalten“ erstellt hat. In München beeinflussen offensichtlich Giganten wie BMW, Siemens, Allianz, Munich Re oder Linde das Anlageverhalten. Zum einen vertrauen die Menschen wohl diesen Unternehmen, zum anderen dürften viele Beschäftigte Anteile ihres Arbeitsgebers erworben beziehungsweise Aktien als Prämien der zusätzliche Vergütung erhalten haben.

Aktienbesitz der Bürger in den Münchner Stadtteilen Grafik: comdirect bank / Quellen: Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) / Acxion

Aktienbesitz der Bürger in den Münchner Stadtteilen
Grafik: comdirect bank / Quellen: Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) / Acxion

Zurück nach Bogenhausen:

Auf Rang 14 des Rankings steht Altbogenhausen. Dort sind 21,9 Pro­zent aller Personen Aktionäre. Aktieninteresse bekunden hier knapp 52 Prozent.

In der Parkstadt sind’s in Relation dazu exakt 71,7 Prozent. Unter den Top Twenty findet sich auf Platz 16 der Her­zogpark wieder – 21,4 Prozent haben Aktien, 51,5 Prozent interessieren sich dafür.

Imposante Zahlen, die sich aber mit anderen Münchner Vierteln relativieren. Die Nummer eins, das Hackenviertel, verzeichnet 24,2 Prozent Aktionäre, 56,3 Prozent der Menschen haben Interesse an Wertpapieren. Einige der weiteren Platzierungen: Deutsches Museum (2.), Giesing (3.), Angerviertel (4.), Universität (5.) und Thalkirchen (6.).

Alexander MihatschParkstadt: Das Viertel der Aktionäre