Einstimmig im Juli verabschiedeter Antrag von Robert Brannekämper, CSU-Landtagsabgeordneter und Fraktionssprecher im Bezirksausschuss: „Der Stadtrat beauftragt die Stadtwerke München (SWM) im Gebiet der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) Nordost und im restlichen Bogenhauser Stadtbezirk Voruntersuchungen durchzuführen, ob und gegebenenfalls an welchen Stellen die geologischen Voraussetzungen für die Errichtung einer Geothermieanlage erfüllt sind.“

In der Begründung hatte der Bogenhauser Vertreter im Maximilianeum argumentiert: „Die Wärme, die im städtischen Fernwärmenetz verteilt wird, muss ja irgendwo herkommen. Der Flächenbedarf für eine Geothermieanlage ist nicht unerheblich. Im SEM-Gebiet bietet es sich durch die derzeit noch unbebauten Grundstücke an, eine Geothermieanlage zu errichten, falls hierzu die geologischen Voraussetzungen erfüllt sind.“

Die SWM-Antwort (Auszüge): „Die Aufsuchung und Gewinnung von Erdwärme (Geothermie) ist nur aufgrund von Bergbauberechtigungen zulässig. Zur Einordnung der bergrechtlichen Situation: das SEM-Gebiet Nordost liegt zum überwiegenden Teil innerhalb der bergrechtlichen Bewilligung >feringeo< von Unterföhring (der GEOVOL Unterföhring GmbH), welche südlich durch das Aufsuchungserlaubnisfeld Neuperlach (SWM), östlich durch die Bewilligungsfelder Neu-Riem (SWM) und >AFK-Ascaim< der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen, Kirchheim (AFK-Geothermie GmbH) sowie westlich durch das Aufsuchungserlaubnisfeld Freimann (SWM) eingerahmt wird.

Diese Situation beschränkt die Möglichkeiten zur direkten Erschließung und Nutzung weiterer geothermischer Potentiale im SEM-Gebiet durch die SWM. Die geothermische Ressource im Umgriff des SEM-Gebiets wird bereits erfolgreich über eine Dublette (Förder- und Injektionsbohrung) des Geothermie-Heizwerks Riem durch die SWM genutzt. Zudem befindet sich aktuell Projekt am Standort Michaelibad in Umsetzung.

Die langjährige Gewinnung von Erdwärme über Bohrungen beeinflusst in einem bestimmten Umgriff von mehreren hundert Metern den erschlossenen Untergrund – sowohl thermisch als auch hydraulisch. Im Nordost-Umgriff besteht – aufgrund der Einflussbereiche der Tiefengeothermie-Projekte Riem und Michaelibad – deshalb nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit einer wirtschaftlichen Erschließung tiefer geothermischer Potentiale in den Bergrechtsfeldern der SWM.

Genaue Angaben, ob und in welchem Umfang eine Nutzung möglich ist, ist unter anderem von der Erschließungsstrategie der Geothermieanlage Michaelibad abhängig. Bezüglich einer Tiefengeothermischen Anlage im Umgriff des SEM-Gebiets, kommen die SWM zu dem Schluss, dass ein gewisses Potential vorhanden ist, dieses jedoch, aufgrund der bergrechtlichen Vorgaben und der zukünftigen Potential-Nutzung durch andere Geothermieprojekte (Michaelibad) im Umfeld noch nicht abschließend beurteilt werden kann.“

Im Gebiet der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) Nordost sind die Voraussetzungen für die Errichtung einer Geothermieanlage laut Stadtwerke nur „eingeschränkt möglich“.   Foto: hgb